31das sorgfältigste und der Geschichtsschreiber Orosius sah Endedes vierten Jahrhunderts nur die leeren Schränke. Wennaber Omar diese Schränke zur Feuerung benutzte, so warsolches erfreulicher, als wenn sie dem literarischen Blödsinnedes Mittelalters zur Herberge gedient hätten.Seien die letzten Abschnitte ein Fingerzeig zur Kritikder Schultraditionen, zur Analyse canonisirter Lügen. Wiemanch' anderes Märchen, von der Schlauheit erdacht, wirdvon der Denkfaulheit gläubig weitergegeben!Die Geschichte ist keine starre Kette von Begebenheiten,sondern eine organische Gliederung, der große Baum desLebens, an dem die Nationen wie Zweige niederhangen, daslebendige Meer, in dem wir leben, weben und sind. Sieist die Entwickelung der Menschheit, die Ueberwindung ihreThorheiten, der Triumph ihres Adels und ihrer höherenBerufung; sie ist durchweht vom Odem des großen Unbe-kannten, dem ewigen Urgeiste und Vater. Hier komme Nie-mand und sage: Gott sei da oder dort, er sei erschienenoder habe sich offenbart. Alles spricht von ihm und ver-kündet seine Macht. Er gönnt der Idolatrie eine ephemereHerrschaft; denn tausend Jahre sind vor ihm wie ein TagSolcher Anschauung erklingt das Dogma vom 17. Juli wiejenes Geschrei der Goldschmiede: „Groß ist die Diana vonEphesusWo ist heute ihr Tempel und ihr Ruhm?Ein Hirt und eine Heerde, Thorheit! Eine Zukunfts-heerde, deren Wolle nach Rom fließt, wie einst das Markder ausgeraubten Provinzen unter den Caesaren, Thorheit,Thorheit! Eine gebildete Generation auf beiden Hemisphären, gegängelt durch die Flüche eines welschen Pontifex,dreifache Thorheit! Wir wagen es, der Prophezeihung des
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