Druckschrift 
1 (1876)
Entstehung
Seite
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30besser, planmäßig damit zu heizen, als daß sie unter freiemHimmel lodern. Jene Bulle, die Luther derzeit vor denThoren Wittenbergs dem Feuertode weihte, nehmen wir aus;ihre Verbrennung ist für alle Zeiten ein Akt voll symbolischerKraft, nichts Gewaltsames, was mit den Brutalitäten derCurie concurrirt. Luthers That war ein Heldenstück, nurvergleichbar dem Fällen der Wodanseiche durch den aller-dings unhöflichen Bonifaz, ein Nothschrei der Unterdrückten,die Morgenröthe der Freiheit; sie war der erste Strahl, andem die deutschen Herzen sich wärmten nach langer Erstar-rung im kalten Arm der römischen Nacht.Wenn Omar wirklich die nichtmohamedanische Literaturausrotten wollte, dann hatte er mehr Erfolg als die In-quisition, welche die antikirchlichen Bücher eher vermehrteals verminderte; und wenn er die Bäder temperirte, sohaben die Badegäste sicherlich eine größere Behaglichkeitempfunden, als die Protestanten in Spanien, denen die Tem-peratur auf dem Scheiterhaufen nicht mit dem Thermometerregulirt ward.Aber die ganze Omariade ist nichts als eine schlaueErfindung müßiger Patres. Das Odium und die Schandeeines unübertroffenen Vandalismus lastet nicht auf denArabern, sondern auf der Kirche, die durch ihr Werk-zeug, den Kaiser Theodosius, alle heidnischen Tempel undInstitutionen zerstören ließ. In ganz Europa ward derKreuzzug gegen die Kunst und Wissenschaft der classischenPeriode gepredigt; schrecklicher als die späteren Bilderstürmer verheerte der bekehrte Janhagel, von teuflischemSpürsinn erfüllt, alle Provinzen des Weltreiches, und sofiel auch die berühmte Bibliothek einer fanatischen Rotteunter Führung des Erzbischofs von Alexan-drien zum Opfer. Man verbrannte die edlen Papiere auf