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Unsere Choräle : eine Festschrift zur Gedächtnissfeier des hundertjähringen Geburtstages ... B. C. L. Natorp
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44zum Troste gedichtet, als Gastorius schwer krank darniederlag.Auf seinem Krankenlager setzte er die Melodie dazu, mit demWunsche, das Lied möge bei seinem Begräbnisse gesungen werdenEr gelangte aber wieder zur Genesung und ließ in dankbarer Er-innerung den Gesang wöchentlich vor seinem Hause aufführen, dernun bald von Tausenden liebgewonnen und von Königen als Trost-lied begehrt wurde. Es war z. B. das Lieblingslied FriedrichWilhelm's III. von Preußen, bei dessen Leichenbegängniß es dieTrauermusik bildete, und Bischof Dräseke hielt eine seiner Ge-dächtnißpredigten über dasselbe. Die Melodie, sagt ein Geschicht-schreiber, wirkt ungemein wohlthuend und anregend auf das Ge-müth und spricht, ohne eben im alten, streng kirchlichen Stylgehalten zu sein, so wahrhaft aus, was in dem Liede steht, daßsie sogleich in dessen Kreis hineinzieht. Es weht in ihr ein Geistdes Friedens, und sie hat zugleich eine große melodische Sangbarkeit.Von Johann Rudolf Ahle, Bürgermeister und Organistzu Mühlhausen, stammt die bekannte Melodie zu Burmeister'sLiede:Ja, er ist's, das Heil der Welt! oder zu dem heute viel-gesungenen Predigtliede:Liebster Jesu, wir sind hier vonTobias Clausnitzer, eine Melodie, die etwas ungemeinKindliches, Frisches und Liebliches hat, so daß sie unwillkürlich zurAufmerksamkeit und Andacht erweckt; von Adam Drese, um1660 Capellmeister zu Arnstadt, die Melodie zu dem Zinzendorf'-schen Lied: Seelenbräutigam, oder: Jesu, geh' voran, inwelcher sich die ganze Gluth und Innigkeit der ersten Liebe, wie siesich in Zinzendorf's Herzen und der Brüdergemeinde lebte, ausspricht.Eine große Anzahl anderer Choräle entstand noch in demsangreichen Sachsen=Thüringer Lande, die zum Theil noch dortin Uebung sind. Doch müssen wir uns noch anderen deutschenLanden zuwenden, und da freut es uns, in erster Linie auf einenMann hinweisen zu können, der zur Rheinprovinz und namentlichzur Stadt Düsseldorf in so naher Beziehung steht, dem eins derreizendsten Felsenthale im Bergischen Lande den Namen verdanktund der nicht allein in der reformirten Kirche, der er angehörte,sondern auch in der lutherischen unvergessen fortlebt: JoachimNeander, der Verfasser der 1679 in seiner Heimathstadt BremenerschienenenBundeslieder und Componist ihrer meisten Me-