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Unsere Choräle : eine Festschrift zur Gedächtnissfeier des hundertjähringen Geburtstages ... B. C. L. Natorp
Entstehung
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43Da grüßt er die verarmten Mauern,Die er so oft, voll Grams, gefloh'n,Mit Jubel; greift mit süßen SchauernDen lieben, lang entbehrten Ton,Drückt fest die Gambe an die BrustUnd stimmet sie mit inn'ger Lust.Nicht länger kann die Gluth sich haltenEr dichtet, spielt mit frommer Hand:Wer nur den lieben Gott läßt walten!Noch immer singt es Stadt und Land.Und manches Herz, des Kummers RaubSchlägt leichter, segnet Neumark's Staub!Das ganze Lied spricht ächt deutsche Frömmigkeit in ächt deutschenWorten aus und wurde darum ein Lieblingslied des deutschenVolkes wie wenige andere. Ehe noch 100 Jahre vergangen warenwurden bereits 400 Lieder nach seiner Melodie gesungen, undobwohl es einen für ein Glaubenslied fast zu schwermüthigen Tonanschlägt, es ist eben ein Danklied in Thränen, so lehnensich doch mehrere bedeutende Melodieen an dieselbe an, und Bachhat sie zu einer Cantate verarbeitet. Friedrich Wilhelm I. vonPreußen befahl das Lied an seinem Grabe singen zu lassen. Aus-wanderer sangen es im Jahre 1850 an einem Sonntage alsGesang über den Wassern bei der Ueberfahrt nach Amerika, undalle Mitreisenden wurden tief ergriffen und sonntäglich gestimmtJoh. Christian Bach, Organist zu Eisenach um 1680, com-ponirte die Melodie zu dem edlen Liede des Angelus Silesius:Liebe, die du mich zum Bilde. Die Melodie ist ebensozart und lebendig wie das Lied; sie hat darum auch dem brünstigenPfingstliede:Komm, o komm, du Geist des Lebens! dienenkönnen.Severus Gastorius, Cantor zu Jena um 1670, setzte dieMelodie des vortrefflichen Gesanges:Was Gott thut, das istwohlgethan. Sein Freund M. Rodigast hatte den Text ihm*) So hat der Dichter Kind diesen Vorgang besungen