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Unsere Choräle : eine Festschrift zur Gedächtnissfeier des hundertjähringen Geburtstages ... B. C. L. Natorp
Entstehung
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28nachsprechend, verschieden; und nachdem Josua Steegmann,Professor der Theologie zu Stadthagen, der Melodie sein Gebets-lied:Ach, bleib mit deiner Gnade! untergelegt, hat dieMelodie noch weitere Verbreitung im evangelischen Volke gefundenSie verdient's auch um der Abendstille und Abendsehnsucht willen,die aus diesen Tönen spricht. Gelte sie nun dem Tages= oder demLebensabende, so hat der Jünger Bitte:Bleibe bei uns, dennes will Abend werden und der Tag hat sich geneiget! in ihr denwürdigsten und lieblichsten Ausdruck gefunden.Wir haben bisher nur von der reichen Entfaltung deslutherischen Kirchenliedes geredet, und das erklärt sich dadurch,daß die reformirte Kirche bekanntlich eine Zeitlang gegen dasKirchenlied sich ebenso feindlich verhielt wie gegen Bilder, Altäre,Prozessionen u. dgl. Sie verbannte nicht allein die Orgel, sondernAnfangs auch jeglichen Gesang aus der Kirche. Zwingli ging soweit, dem Magistrat zu Zürich die Bitte um Abschaffung desKirchengesanges singend vorzutragen, und als er gefragt wurde,was dieses sonderbare Benehmen bedeuten solle, antwortete er:Dieses sei eben nicht sonderbarer, als wenn man Gott seine Bittenmit Gesang und Orgelspiel vortrage. Doch die milder gesinntenReformirten gewannen allmälig die Oberhand über die Stürmer,an ihrer Spitze der erste Herausgeber der reformirten Psalmen,Dr. Joh. Zwick, Pfarrer zu Constanz, und Dichter des Liedes:Auf diesen Tag bedenken wir. Zwar schlossen auch sie grundsätzlichjedes kunstgemäße Singen hoher und tiefer Stimmen in mannich-facher Bewegung und Gegenbewegung als einen papistischen Greuelvon ihren Gottesdiensten aus. Aber sie führten doch, als sieallmälig das Erkalten der Andacht in Folge der Verbannung desGesanges wahrnahmen, den Gesang der Psalmen ein. Namentlichwar Clement Marot zu Paris der eigentliche Vater der neuerenfranzösischen Dichtkunst, der auf Calvin's Aufforderung 50 Psalmenin Verse übersetzte und ihnen französische Volksmelodieen unterlegte,z. B. dem 42. Psalm:Wie der Hirsch schreit nach frischem Wassereine Jagdmelodie, die noch heute in dem Liede:Freu' dich sehr,o meine Seele wiederklingt und an den echoartigen Antistrophendie dem Jagdhorn antworten, zu erkennen ist. Die übrigen Psal-men brachte Calvin's Freund und Schützling, Professor Theodor