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17licher Freud'.“ Luther selbst sagt von ihm: „Aller Lieder singtman sich mit der Zeit müde, aber das „Christ ist erstanden“ mußman alle Jahre wieder singen.“ Und selbst der römische Cleruskonnte nicht wehren, daß dasselbe einmal jährlich, am Osterfest, vonden Laien in der Kirche angestimmt wurde; nur wurde es späterin's Lateinische übersetzt und so allmälig dem Volke wieder ge-nommen. Auch die zweite Melodie von Luther braust gewaltig undfrisch wie ein Waldstrom daher, und I. S. Bach ließ ihr darumin seiner Cantate auf das Osterfest eine achtfache Bearbeitung mitInstrumentalbegleitung angedeihen. Es bricht wirklich der lebendigeChristus in dieser Melodie aus dem Grabe hervor und Tausendensind heilige Osterfreuden in ihren Tönen gespendet worden.An dies Osterlied reiht sich das köstliche Pfingstlied: „Nunbitten wir den heiligen Geist“ mit seiner eigenthümlichpsallodirenden, gleichsam betenden und von Inbrunst überströmendenMelodie, die nur rhythmisch gesungen werden sollte. Sie stammtebenfalls aus dem 13. Jahrhundert. „Glaubt ihr Vornehmen, ruftder Predigermönch Berthold aus, daß dies Kirchenlied so umNichts willen erdacht sei? Es ist ein sehr nützlicher Sang, ihrsollt ihn je länger je lieber singen und sollt ihn Alle mit ganzerAndacht und mit innigem Herzen zu Gott emporsingen und rufen.Es wurde mit den von Luther selbst hinzugefügten drei Versen inzahllosen Gemeinden das stehende Predigtlied, in anderen (nament-lich in der Brüderkirche) das Prediger=Weihelied, und bei derPariser Bluthochzeit sangen es noch viele durch die Straßen ge-schleppte Schlachtopfer auf dem Todesgange.Im 15. Jahrhundert entstanden auch die eigenthümlichendeutsche und lateinische Sprache in einander mengenden Lieder einesPeter Dresdensis und Heinrich von Loufenberg, von denenman nicht recht weiß, ob sie das unabsichtliche Sichlosreißen desdeutschen Geistes aus den Fesseln des lateinischen Wesens oder eineabsichtliche Ausstattung der deutschen Lieder mit dem Empfehlungs-briefe lateinischer Floskeln darstellen; z. B. das Lied: „In dulcijubilo, nun singet und seid froh!“ und „Puer natus in Bethlehemdeß freuet sich Jerusalem!“ Daneben aber sprossen auch schon wiePrimeln und Vorboten des reformatorischen Liederfrühlings dieköstlichen Lieder: „Es ist ein' Ros' entsprungen“, dessen noch