14des paulinischen: „Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist deinSieg?“ Sie lassen ahnen, daß es wahr sein mag, was Jemandvon „einer Wiedergeburt flammender Psalmenpoesie“ in der da-maligen Kirche Spaniens, die nun leider! spurlos verschwunden ist,berichtet.Von Cölius Cedulius, einem Aeltesten aus Irland, um'sJahr 450, rühren die durch Luther verdeutschten Weihnachtsliederher: A solis ortus cardine (Christum wir sollen loben schon) und:Hostis Herodes impie (Was fürcht'st du Feind Herodes sehr);von dem Italiener Fortunatus (um 600) der Osterhymnus:Salve festa dies (Also heilig ist der Tag), — von Notker (im10. Jahrh.), dem berühmten Abt von St. Gallen, (der eine neueForm lateinischer Kirchengesänge, die sogenannten Sequenzenoder Prosen einführte, ursprünglich eine Art Schweizerjodel überdie letzte Sylbe des Hallelujah, die allmählich aber eine neue Artvon Hymnus wurde und von denen Notker allein 35 componirte)von diesem Notker also besitzen wir noch die Sequenz: Grates nuncomnes reddamus Domino Deo, von Luther in das herrliche Weih-nachtslied: „Gelobet seist du Jesu Christ“ verwandelt, das ankeinem Christfeste fehlen sollte, da es mit imposanter Ruhe undGravität den Ausdruck innigster Glaubensfreude, ja, frohlockendenLobes wunderbar vereinigt. Namentlich das am Schluß jedesmalwiederkehrende, auf einer Note ruhen bleibende „Hallelujah“ ist vonergreifender, an die Pulse einer großen Glocke erinnernder Wirkung.Von Robert, dem Könige Frankreichs (997—1031), demSohne Hugo Capet's, der viel zur Pflege des Kirchengesanges that,stammt das „Veni sancte spiritus et emitte“, das schonvon Johannes von Salzburg im 14. Jahrh. mit den Worten: „Komm,senfter Trost, heiliger Geist“ in's Deutsche übersetzt ward. — VonBernhard, dem frommen und geistvollen, 1153 gestorbenen Abtevon Clairvaux, rührt der Passionsgruß: Salve caput cruentatumher, dem Paul Gerhard das unvergleichlich schöne „O Haupt vollBlut und Wunden“ nachgedichtet hat, woraus es sich wohl erklärt,daß dies ächt protestantische Lied mit seiner reichen Melodie auchin die moderne römische Kirche Einlaß gefunden; sowie das Jesudulcis memoria: „O Jesu süß, wer dein gedenkt“, das auchin Arndt's Paradiesgärtlein sich findet. — Von Thomas von
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Unsere Choräle : eine Festschrift zur Gedächtnissfeier des hundertjähringen Geburtstages ... B. C. L. Natorp
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