Druckschrift 
Der Hofgarten zu Düsseldorf und der Schlosspark zu Benrath : von O. R. Redlich, Fr. Hillebrecht und Wesener. Hrsg. vom Düsseldorfer Geschichts-Verein zum 14. August 1893
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

32

Schlosspark und Anlagen zu'Benrath.

für seine Arbeiten, schnitt in die vorhandenen Wald-parzellen seine Prospecte ein und ergänzte durch An-pflanzung geeigneter Bäume, Alleen und Hecken überalldort, wo der Wald den Anforderungen nicht genügte.

Vor Allem galt es, die neuen Anlagen reichlich mitWasser zu versehen.

Zu diesem Zwecke wurde der das Dorf Benrathdurchfliessende Itterbach zwischen Benrath und Hildenin seinem Laufe unterbrochen und in gerader Richtungdurch den sogenannten Kapuziner-Kanal dem Schlosse zu-geführt. Ueber die Art der Verwendung des Wassers inner-halb der weitläufigen Anlagen werden wir auf unseremRundgange Näheres erfahren.

Von der Station Benrath kommend, sind wir inwenigen Minuten am Schlosse angelangt.

Stattliche hochgewölbte Ulmen- und Linden-Alleenumgeben den breiten Vorplatz und umrahmen den grossenSchlossteich, in welchem sich freundlich das Schloss mitden Seitenflügeln spiegelt. Der dunkle Hochwald über-ragt im Hintergrunde die Kuppel des Schlosses; wohnlichund anmuthig umschliessen dichte Baum- und Gehölz-gruppen dasselbe, umranken buntfarbige Schlingrosenund allerlei Kletterpflanzen die Geländer und Gitter,,welche den Unterbau schützend umgeben.

An der Ostseite des Schlosses, dicht neben der Rampe,,befindet sich der Haupteingang zum Park und zu denAnlagen, von früh bis Abends spät dem Publikum zu-gänglich.

Wir betreten zuerst den sogenannten französischenGarten mit seinen Kaskadenbauten, Bassins, geradlinigenWegen, Blumenrabatten und Laubengängen. Den Hinter-grund der Perspective bilden, durch seitliche hohe Be-pflanzung gehoben, Blumen- und Nadelholzgruppen, in derFerne die hohen Waldbäume des Benrather Forstes ander Strasse nach Hilden, die Mitte nimmt der Wasser-spiegel des Kapuziner-Kanals ein.

Den oberen Theil des französischen Gartens durch-schreitend, gelangen wir durch eine kleine Schwenkungnach rechts an den Fuss der südlichen Terrasse, wo sichüber vielfarbigbepflanzteRasenparterres hinweg eine breiteDurchsicht öffnet. Gerade unter uns auf dunklem Grundeschimmert ein langer Teich, der sogenannteSpiegel."Gewaltige Laubmassen, mächtige Eichen, Ulmen undMaronen etc. begrenzen zu beiden Seiten die Wiesenstreifen,welche den Wasserspiegel zunächst umgeben. Die Anhöheim Hintergrunde krönen uralte dunkle Tannen und ein-zelne Waldbäume; weit dahinter beschliessen die Gärten.