Malerskerl, zu reden. Ein andermal stichelt Dürer auf Pirck-heimers äußere Erscheinung, seine gemachte Jugendlichkeit undderen Pflege mit allerlei kosmetischen Mitteln; er rieche Ihn,,schreibt er, bis nach Venedig. Ja, wenn der Freund so schönwäre, wie er selbst, so wäre es zu begreifen, aber so ein Lands-knecht, der sich mit Zibeth parfümiere . . . Mit gemachtemErnst und Sorge mißbilligt er des Freundes ungestümes Tem-perament und stellt sich selbst ihm als ein Muster von Sanft-mut gegenüber. Eine unerschöpfliche Quelle für ausgelasseneNeckereien bilden sodann die angeblichen LiebesverhältnissePirckheimers, deren mehr seien, uls Tage im Monat. Dürerstellt von solchen Liebchen eine ganze Liste auf, die auf ihrenhistorischen Hinlergrund zu uniersuchen kaum einen Zweckhat. Dürer ist es ja nur darum zu tun, den würdigen Freundzu necken: so schreibt er ihm einmal, wenn er sich ihn als.Liebhaber vorstelle, so komme ihm das vor, als ob ein großer»zottiger Hund mit einem jungen Kätzlein spiele. Diesen Aus-brüchen übermütigsten Scherzes stehen dann aber wieder An-wandlungen von Schwermut gegenüber, die in der bekannten,ergreifenden Klage anläßlich der bevorstehenden Rückkehr gipfeln:«Wie wird mich nach der Sonne frieren, hier bin ich ein Herr,daheim ein Schmarotzer!» Einen breiten Raum in diesen Briefennehmen auch die vielen Bestellungen Pirckheimers auf Bücher,Schmucksachen, Teppiche, Federschmuck u. a. ein, so daß selbstunserem geduldigen Dürer einmal die Geduld reißt und er demFreunde schreibt: Wenn Ihr mich allein ungeheit (d. h. unge-schoren) ließt mit 'den Ringen. Wenns euch nicht gefallen,brecht ihnen die Köpf ab und werft sie — auf den Misthaufen.»(Dürer drückt sich allerdings unter Entlehnung aus dem ur-kräftigen Sprüchwürterschatz eines bekannten Nürnberger Lands-knechtshauptmanns noch etwas derber aus.) «Was meint ihr,daß mir an solchem Dreckwerk liegt; ich bin ein gentiliiomoin Venedig worden.» Andere Gedanken Dürers gelten seinerFamilie, ,'der Frau, der Mutter, dem Bruder, die er alle Pirck-heimers Sorge empfiehlt.
Endlich tut Dürer wiederholt eines Kunstwerkes Er-wähnung, dessen Vollendung ihn damals viele Monate lang be-schäftigte. So sagt er gleich in dem ersten erhaltenen Briefe an
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