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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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Ausstellungsgärten

16. KAP.

prinzipiell der Ästhetik". Man fürchtet damals in diesen Kreisen besonders England, wo,wie man wohl sah, immer mehr Gärten diesenSchandfleck", den die Heckenscheremachte, trugen.Scheint es doch, als ob die Gärtner auf dem besten Wege wären, mitihren Schöpfungen in die Zeiten Le Nötres zurückzukehren" 46 . Und noch im Jahre1904 weist man entrüstet und gekränkt die Angriffe von Muthesius zurück. Unaufhalt-sam mußte aber die Entwicklung vorwärts gehen. Je länger die Gärtner abwartend odergrollend beiseite standen, um so lebhafter bemächtigten sich die Architekten der Gar-tengestaltung. Zunächst zogen sie die allgemeine Aufmerksamkeit dort auf sich, wo siesich als Herren fühlten, bei den Ausstellungen. Schon im Jahre 1897 wurde zum ersten

Abb. 630Garten aus derGarten-ausstellung inMannheim,1907

Phc

Male unter Lichtwarks Einfluß der Plan der Gartenbauausstellung in Hamburg alseine streng regelmäßige Hauptanlage entworfen, der sich die einzelnen Aussteller, wennauch oft zu ihrem Kummer, mit dem eingebrachten Material unterordnen mußten. Aberin Düsseldorf 1904, in Darmstadt 1905 und Mannheim 1907 wurden zuerst wirklicheArchitektengärten vorbildlich ausgestellt (Abb. 630). Viel Tastendes, manche wildenAuswüchse zeigten sich noch im Beginne. Die einen, wie Peter Behrens, sahen allesHeil in dem neu entdeckten Lattenwerk, Pergola und Gartenzaun beherrschten seinenGarten. Läuger in Mannheim ließ über Bassin und Gartenplastik die Pflanzenwelt inden Hintergrund treten. Olbrich in Darmstadt borgte im Gegenteil die Idee der Farben-gärten sogar vom Landschaftsstil, um für seine Zwecke regelmäßige Miniaturgärtenanzulegen. Sie erschufen aber damit im Anfang doch nur Ausstellungseffekte. Trotz-dem sahen die Fachgärtner bald ein, daß sie Schritt für Schritt zurückgedrängt wur-den, wenn sie nicht den Feind in ihre eigenen, bisher so fest geschlossenen Kreise hinein-