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Spiel- und Sportplätze in den Parks
16. KAP.
den Zweck haben, auch den Armen eine Besitzfreude an einem Landstückchen zu geben,haben in manchen Städten Nacheiferung hervorgerufen. 1901 hat sich Breslau auf denTeichäckern, wo auch sonst bedeutsame städtische Parks und Bauten entstehen sollen,Schrebergärten angelegt.
Auch die Bewegung der Gartenstädte ist ein Kind dieser Entwicklung der öffentlichenParks. In England ist der Gedanke entstanden, die wachsende Anhäufung von Men-schenwohnungen in den Großstädten zu sprengen, indem man an ihrer Peripherie kleineStädte gründete, die im Prinzip ihrer rationellen Anlage wiederum an die Residenzstädtedes XVIII. Jahrhunderts erinnern könnten. An die Stelle des Schloßgartens im Zen-trum tritt hier, namentlich in neuester Entwicklung, meist ein öffentlicher Sportpark,von dem die Straßen mit ihren kleinen, in Gärten liegenden Einzelhäusern ausgehen.Der leitende Gedanke ist, Luft und Licht besonders der arbeitenden Bevölkerung zuschaffen und sie der ihr entfremdeten Natur wieder zuzuführen. Die weittragende wirt-schaftliche und soziale Bedeutung der ganzen Bewegung berührt unser Thema nicht.
Zu dieser gewaltigen extensiven Entfaltung der Parks kommt nun, teils von ihr be-stimmt, teils ihr wieder die Wege weisend, eine allmähliche innere Umgestaltung. Manbeginnt immer bewußter die ästhetischen Prinzipien der Anlagen mit den neuen Forde-rungen der Massen in Einklang zu bringen, daraus sollte nun ein neuer Stil entstehen, dersich eben erst allmählich durchringt. Auch hier sollte Europa viel von Amerika lernen.Amerika hatte von England vor allem den Sport, die Liebe zum Spiel im Freien über-nommen und ihn vielleicht noch massenhafter, demokratischer ausgebildet als im Mutter-lande. So waren vor allem zwei Aufgaben zu lösen: große Freiflächen zu schaffen, um denneuen Repräsentationen, den Volksfesten und Versammlungen zu dienen, daneben aberin aller nur denkbaren Abwechslung Spiel- und Sportplätze zu schaffen. Der alte Parkwar in erster Linie ein Ort zum Spazierengehen, „ein idealisierter Spaziergang", wie Meyersagt; man war noch nicht ganz von den Anschauungen des XVIII. Jahrhunderts los-gekommen, dem einsamen Wanderer oder einem kleinen Freundeskreise in steter Ab-wechslung überraschend neue Bilder vorzuführen. So waren auch jetzt noch die Weg-führung, die sich immer neu öffnenden Prospekte die Hauptsache, immer noch schienes ein höchster Triumph der Schönheit, wenn man einen See, eine Wiese so anlegenkonnte, daß sie viel größer aussahen, so daß man durch eine geschickte Krümmung dasEnde niemals absehen konnte. Alle solche Vorzüge bemerkt nur ein einsamer, stiller,aufmerksamer Spaziergänger. Nun aber galt es, der Großstadtbevölkerung das zu bieten,was sie nur noch zum verschwindend kleinen Teil in einem Privatgarten finden konnte,einen Aufenthalt, wo sie sich unter veränderten Umständen wieder zu Hause fühlenkonnte, d. h. man mußte sich in größeren und kleineren Kreisen zu gemeinsamem Spielund Geselligkeit so zusammenschließen können, daß der einzelne oder die Gruppe sichzwar noch als Glied der großen Masse fühlen durften, aber doch niemals allzusehr von derMasse bedrängt wurden. Der Spielplatz muß vor allem übersichtlich für Spieler undZuschauer, am besten in regelmäßiger Gestalt, gebildet werden, und auch die großen fürVolksfeste und Schaustellungen geschaffenen Freiplätze, die Wiesen, sollen sich inihren Rändern und Waldumrahmungen nicht mehr in geheimnisvolle Weiten undKrümmungen verlieren, denn auch hier will das Publikum sehen und gesehen werden.Das Wasser, das nicht mehr wie früher allein dem Rudersport dient, der ja einen ge-wundenen Flußlauf wohl immer noch bevorzugen möchte, verlangt als Schwimmbad,