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Sanssouci unter Friedrich Wilhelm IV.
16. KAP.
In Deutschland haben wir das Wirken des Fürsten Pückler in der ersten Hälfte desJahrhunderts schon betrachtet. Seine Bedeutung bestand vor allem in dem hohen Toneder Begeisterung, mit dem er das Garteninteresse wachzuhalten wußte, vollauf aberteilte er die Schwäche seiner Zeit, die Unfähigkeit, die nähere Umgebung des Hauses zugestalten. Wie Pückler seine Farbengärten, den blauen und den gelben Garten, vondem er spricht, deren Anlage er wohl aus Paris, wahrscheinlich direkt aus dem ParkeMonceau, entlehnt hat, anlegte, ist leider auch aus seinem Werke nicht deutlich zuersehen. Wahrscheinlich aber hat er auch hier Teppichbeete mit gleichfarbigen Blumenbepflanzt. Neben Pückler machte sich in Norddeutschland als Potsdamer Garten-direktor Peter Lenne einen Namen, der noch heute bei den Gärtnern den allerbestenKlang hat. Lennes Wirken ist eng mit der Gestaltung des Potsdam der nachfride-rizianischen Zeit verknüpft. Allerdings ist es nur einem Zufall, vielleicht der Pietät
Abb. 616
Charlottenhof,
Sanssouci
Nach Fouquier
des Herrscherhauses zu danken, daß nicht der ganze Garten von Sanssouci mit völligerUnterdrückung der Hauptachse zu einem Landschaftsparke umgewandelt wurde, diePläne dafür hatte Lenne schon ausgearbeitet 14 . So begnügte man sich glücklicherweisemit den rings anstoßenden Bosketts; wie viel auch damit an der ursprünglichen Gestaltverdorben ist, haben wir früher schon gesehen. Lenne aber reifte in die Zeit hinein, inder er unter dem Einflüsse von Schinkel im Zusammenwirken mit dem kunstbegeistertenKönig Friedrich Wilhelm IV. in Sanssouci an einer eigenartigen italienischen Renais-sanceperiode mitarbeiten durfte. Jedenfalls ist unter diesem König die gesamte Um-gebung von Potsdam zu einem der großartigsten Fürstensitze gestaltet worden. Schonim Jahre 1825 erhielt der Kronprinz von seinem Vater ein kleines Gelände im Südwestenvon Sanssouci, im nächsten Jahre begann er das Haus, Charlottenhof, in dem damalsals klassisch italienisch angesehenen Stile zu erbauen. Schinkel hatte in seinen BerlinerBauten als Architekt diesen Stil mit seiner starken Persönlichkeit durchdrungen und ge-modelt und ihm dadurch einen bedeutenden Charakter gegeben. Auch für Charlottenhofhatte Schinkel ein prächtiges Projekt mit Gärten, die von Säulenhallen umgeben waren,und Schmuckparterres im italienischen Sinne entworfen 15 . Die beschränkten Mittel des