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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
Entstehung
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Chandon de Briailles

16. KAP.

Teile, wie Cornwall, wo Kamelien in den Gärten zu schönen Bäumen heranwuchsen,erhielten bald einen völlig subtropischen Charakter. Eine große Bedeutung für dieGartengestaltung erlangte damals das Rhododendron, dessen Reichtum an Arten von derMitte des Jahrhunderts an die Gewächshäuser und Gärten zu füllen begann 8 . Heute istes in Südengland als Unterholz in den Wäldern, besonders in Newforest, gepflanzt,nachdem es in den Gärten und Parks oft ganze Bosketts bildete. Besonders ist es einbeliebter Begleiter der stattlichen Zufahrtstraßen zum Hause, die im XIX. Jahrhundertstets eine schöne stolze Krümmung haben mußten.

Es versteht sich, daß diese Entwicklung sich nicht auf England beschränkte, wennauch im Eifer der Pflanzenforschung und Gartenpflege das Inselreich im XIX. Jahr-

Abb. 615

Chandon de

Briailles

Aus ,,Vie ä laCampagne"

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hundert unbedingt an erster Stelle steht. Frankreich hat in der für dieses Land charak-teristischen Weise den ganzen Prozeß folgerichtig, fast möchte man sagen rationell, durch-geführt. Die Revolution hatte gründlich mit den meisten der alten Gärten aufgeräumt,was übrig geblieben war, vergaß man. Die Saat des XVIII. Jahrhunderts war aufgegan-gen, und den neu gepredigten Menschen- und Naturrechten paßte sich auch der neueGartenstil um so besser an, je mehr er jetzt alles sentimentale Beiwerk verbannte undsich allein den natürlichen Gegebenheiten von Terrain und Pflanzenwerk zuwandte. Sogelangte der malerische Stil unter dem ersten Kaiserreich zu einer fast ausschließlichenHerrschaft, und als in der Restauration der Adel in sein nur zu häufig zerstörtes Erbezurückkehrte, hatte er nicht die geringste Neigung, etwa noch alte Gärten wiederherzu-stellen ; einmal fehlte ihm das Geld, dann hatte er in England sich ganz mit dem Ge-danken des neuen Stils erfüllt. Trotzdem war aber eine gewisse Unterströmung des altenFormgefühls für den regelmäßigen Garten in Frankreich nicht ganz erloschen. Es warmöglich, daß selbst unter dem ersten Kaiserreich ein Garten, wie der des Hotel Chandonde Briailles in Epernay, angelegt wurde 8 (Abb. 615). Der Miniaturmaler Isabey,der