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Akklimatisation ausländischer Blumen
16. KAP.
nahe dem pankratischen Tore gepflanzt und zugleich der alte Park selbst den englischenVorbildern möglichst angenähert.
Bei all diesem botanischen Interesse hätte der englische Park mit seiner ausschließ-lichen Bevorzugung von Baum und Strauch auf die Dauer doch sehr einförmig werdenmüssen und ist es im großen und ganzen auch geworden. Die Ausdrucksmittel warengar zu beschränkt, und der Ruf nach Abwechslung, der jahrhundertelang den Gartendurchtönt und Besitzer und Künstler in Atem gehalten hatte, verstummte mehr undmehr. Doch hatten glücklicherweise die Forscher aus fremden Ländern nicht nur neueBäume und Sträucher mitgebracht, nein, in noch ganz anders überschwenglicher Weise
Abb. 608
Branitz, Fürst
Pücklers An-
läge, Blick in
den Park mit
Solitärbaum
Phot.
wuchsen die Blumenarten. Nur der kleinste Teil von ihnen konnte den nordischenWinter aushalten; die erste Folge war, daß sich die Treibhäuser stark vermehrten. DieOrangerien des alten Stiles waren mit der Herrschaft des malerischen sehr in denHintergrund gedrängt worden, neue legte man nicht an, und der alte Bestand starbnur zu häufig aus. Erst als im Beginn des XIX. Jahrhunderts die ganze, ungeahnteFarbenpracht der Neuankömmlinge aus dem Süden, die die Schönheit der holländischenZwiebelgewächse noch übertraf, das Verlangen nach ihrem Besitze überall erweckte, be-gann die große Verbreitung der Warmhäuser in den Privatgärten. Im Jahre 1833 hatte derEngländer Ward die luftdichten Glaskästen entdeckt, deren Prinzip auf einer Zirkulationdes Wassers durch Erde und Luft in gleicher Temperatur beruhte; dadurch war nun eineverhältnismäßig mühelose Überführung zarter Pflanzen nach Europa möglich. Und ausden eingeführten Mutterpflanzen wußte die wachsende Geschicklichkeit der Blumen-züchter immer neue und neue Kreuzungsarten zu erzielen. Wir müssen uns nur erinnern,