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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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15. KAP.

Wilhelmshöhe bei Cassel

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Schüler hatte mit dem Ausdruckdurch Kunst exaltierte Natur" halb unfreiwilligein sehr bezeichnendes Schlagwort für die obengeschilderte Phase der Gartenkunst ge-funden. Nur solch eine exaltierte Natur konnte einen wechselnden Stimmungshinter-grund geben, wie man ihn brauchte. Im letzten Viertel des Jahrhunderts beherrschteDeutschland besonders der neuerwachte romantische Rittertraum, der sich mit der sen-timentalen Ruinenschwärmerei auf das innigste verband. Als sich der Landgraf Wil-helm von Hessen gleich nach seinem Regierungsantritt im Jahre 1785 an die Umgestal-tung des gewaltigen Werkes seines Vorfahren, des Weißensteins, machte, sollte zuerst der

Abb. 603Wilhelmshöhebei Cassel,Felsenburg

Stich vonF. Schroedey

immer wieder aufgeschobene Plan des Ausbaues des Schlosses am Fuße des Berges vor-genommen werden. So ganz sollte dieses Schloß mit dem neuentworfenen sentimen-talen Park zusammenkomponiert werden, daß der Landgraf beschloß, einen Flügel sei-nes Wohnhauses als eine Ruine aufzuführen 42 ; der groteske Plan wurde später glück-licherweise fallen gelassen, nur eine der Veduten, die der Fürst durch den älteren Tisch-bein hatte malen lassen, hat dieses Zeitdokument aufbewahrt. Der Landgraf aber hatteden Ruinenplan nicht aufgegeben, ihn nur einige Jahre später glücklicher in einer Eckedes Landschaftsparkes als die Ruine einer Ritterburg, Felsen-, später Löwenburg ge-nannt, aufführen lassen, zu der der Grundstein 1793 gelegt wurde (Abb. 603). DerFürst nahm es bitter ernst mit der Spielerei; nach allen Regeln mit Zugbrücke, Sperr-graben, Eingangstürmen, Wehrgang usw. war sie versehen. Es störte nicht, wenn dieser