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Goethe und der Weimarer Park
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(Goethe gesteht, daß Hirschfelds Werk und der Wörlitzer Park sein Interesse für dieGartenkunst erweckt hätten. Der Weimarer Park und die „Wahlverwandtschaften" sind•die bleibenden Früchte, die dieses Interesse in seinem allumfassenden Geiste gezeitigthat. In einem anmutigen kleinen Aufsatze, der in der geplanten Fortsetzung der Selbst-biographie eine Stätte finden sollte, „Das Luisenfest", schildert der Dichter die Anfängedes Parkes: Zu einem improvisierten Feste am Namenstage der Fürstin hatte man an denUfern der Um neben einem schönen Erlen-Oval eine Einsiedelei errichtet. Die Freunde, inMönchskutten verkleidet, empfingen den Hof und bereiteten der Gesellschaft eine ge-lungene Überraschung; an dies kleine Idyll haben sich dann unter unmittelbarer Auf-sicht des Dichters alle weiteren Anlagen angeschlossen. Es bestanden vorher Gärten im
Abb. 597WeimarerPark 1794,Schneckenberg
Nach
I. M. Kraus
alten Stile, die im Anfange des XVIII. Jahrhunderts, nicht unbedeutend, aber ein wenigzersplittert, sich an das alte, noch mittelalterliche Schloß anschlössen. Der eigentlicheLustgarten ist größtenteils beim Brande des Schlosses 1774 zugrunde gegangen. Vondem Parterre und dem seitlich anschließenden, reichen Kanalgarten ist zu Zeiten Goethesnicht mehr die Rede; nur im Park hatte sich — damals ein öffentlicher Spaziergang —der sogenannte Stern erhalten, eine uns gutbekannte Anlage, „ein mit Bäumen undBüschen wohl ausgestatteter Raum ... Es fanden sich daselbst uralte gradlinige Gängeund Anlagen, hoch in die Luft sich erhebende stämmige Bäume, daher entspringendemannigfaltige Alleen, breite Plätze zu Versammlungen und Unterhaltungen" 33 . Außer-dem hatte sich bis in das XIX. Jahrhundert ein burgartig gestalteter Schneckenberg er-halten (Abb. 597), in dessen grüne, aufsteigende Wände Fenster und Türmchen einge-lassen waren, von je ein besonderes Wahrzeichen des alten Parkes. Hier, ganz in derNähe, hatte Karl August seinem Freunde 1776 ein Gartenhäuschen mit einem terrassen-förmig ansteigenden Garten geschenkt. Der Schloßbrand und die Zerstörung der alten