15. KAP.
Klein-Trianon
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wir aber müssen sagen, daß er wohl allein um seiner Pseudogotik willen einen so großenEinfluß auf die Weiterentwicklung dieses Stils in England ausgeübt hat. Walpole gehörteauf dem Gebiete des Geschmacks sicher zu den einflußreichsten Männern seiner Zeit.Auch sein Aufsatz hatte, zehn Jahre und mehr handschriftlich kursierend, durch seine Be-geisterung und Kenntnis überall auf die Entwicklung des neuen Stils, namentlich auch inFrankreich, sehr gewirkt. Wir sahen schon wie Frankreich, unter Rousseaus Einflußvon englischen Ideen ergriffen, sich dem malerischen Stil zuwandte. Trotzdem ist Frank-reich immer nur mit halbem Herzen dabei gewesen. Eine innere Stimme, eih romanisches,
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Abb. 593
Klein- Trianon,Milchkammer
Phot.
tiefwurzelndes Formgefühl bewahrte den Franzosen meist davor, so gründlich das Altezu zerstören, wie das in England der Fall war. Gewiß, man wandte sich von dem groß-zügigen Stil ab und schuf sich Parks, in deneif man seinem Sentiment genügen konnte.Aber Versailles blieb bestehen, und man beschränkte sich auf Klein-Trianon. Dort schufman sich mit seinem „hameau" (Abb. 592), seiner Mühle und Milchwirtschaft (Abb. 593)den Hintergrund für die Zeitkostüme und Spielereien. Marie Antoinette vertändeltedort mit ihren Frauen und Kavalieren die letzten Jahre ihres Königsglanzes. Keinevon den dräuenden Stimmen der nahenden Revolution drang bis zu dem schön ge-schwungenen See, an dessen Ufer man Blindekuh spielte, bis zu dem schönen Rund-tempel am Ufer, aus dem der Liebesgott auf die leichten Gestalten niederblickte. Dieprächtigen einzelnen Baumgruppen, die den See umstanden, wuchsen ruhig und stillempor; es gruselte diesen Menschen zierlicher Enge, an die langen breiten Alleen von