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Park Monceau
15. KAP.
Eine ebenso große Berühmtheit erlangte damals ein anderer Park Frankreichs, ihnhatte sich der Vater Louis Philippes, Philippe von Orleans, damals Herzog vonChartres, um 1780 angelegt 253 . Der Park Monceau führt seinen Namen nach einemkleinen Dörfchen südlich von Paris (Abb. 590). Carmontelle, auch ein Maler, hatte denPlan entworfen. Der Hauptpavillon, in dem der Herzog galante Feste feierte und woer seine Freimaurerversammlungen abhielt, ist von einem regelmäßigen Stück, Parterreund Boskett, umgeben. Das durch Kunst sehr wellig gestaltete Terrain des großenmalerischen Parkes zeigte alle damals erforderte Abwechslung: neben ländlichen Wiesen,Weinbergen und Bächen Kioske und Schneckenhügel, neben gotischen Ruinen dasPrachtstück im Nordwesten, die Naumachie: ein großer ellipsenförmiger Teich warmit griechischen Ruinen in malerischer Anordnung umgeben (Abb. 591), überragt von
Abb. 590
Park Monceau
bei Paris,
Gesamtplan
Stich von
Carmontelle
einem hohen Obelisken. Die merkwürdigste Anlage boten die Farbengärten, kleineregelmäßige Blumengärten, die in der Mitte des ganzen Parkes als blauer, roter undgelber Garten einen runden Platz umgaben. Leider ist über diese Bepflanzung nichtsNäheres mitgeteilt.
Es braucht hier nicht wiederholt zu werden, daß der sentimentale Park nicht dieVorliebe für die einzelnen kleinen Gebäude im Garten geschaffen, ja man kann nichteinmal sagen, sonderlich unterstützt hat, da eine ausgesprochen abgeneigte Richtungsich immer wieder behaupten konnte; aber die Bedeutung dieses einzigen Schmuckes,den er von dem alten Stil übernahm, wurde unter dem neuen Einfluß eine völligandere. Im alten Stile waren die Gebäude noch bis zuletzt mehr oder minder einSammelpunkt der Geselligkeit gewesen oder ein Obdach vor Wetterunbill und Sonne,jetzt aber kam nicht mehr der Besucher, sondern weit mehr der Beschauer in Be-tracht. Das Gebäude war zur Staffage der Landschaft geworden, als ein Hauptfaktor,um eine bestimmte Stimmung, die das Bild ausdrücken sollte, zu unterstützen.Stimmung aber gab damals dem Leben Reiz und Schwung, sie w r ar das leitende Motivder Sentimentalität, ein eigenartiges Gemisch aus Empfindung und Reflexion. Aus