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Rousseau
15. KAP.
Abb. 588
Ermenonville,
La Tour
de Gabriele
auf diese Angriffe, ohne die Ärmlichkeit vieler der neuen Anlagen zu beschönigen,war er doch der erste, der sich gegen die übertriebene Ähnlichkeit der Malerei undLandschaftsgärtnerei verwahrte. Er legte den Finger auf die Verschiedenheit, diein dem fortwährenden veränderten Standpunkte des Beschauers und in dem Wechselder Beleuchtung im Garten läge. Weit wichtiger ist ihm das Zusammengehen desArchitekten mit dem Gartenkünstler, denn das Haus sei für den Garten die not-wendige Voraussetzung. Repton hat zweifellos in den letzten Jahrzehnten des XVIII.Jahrhunderts den bedeutendsten Einfluß auf die Gartengestaltung in England aus-geübt. Er war unermüdlich, das Wesen der gegebenen Landschaft zu studieren, umdann auf dieser Grundlage seine Verschönerungen anzubringen. In seinen zahlreichenBüchern wirkte er pädagogisch anschaulich, indem er erst die ungeschmückte Natur
Nach Merigot
oder wohl auch einen alten Garten abbildete, und darüber ein Blatt seiner Ver-schönerung in gleichem Maßstab brachte. Er legte das, was er seine „roten Bücher"nannte, für alle seine Schöpfungen an und veröffentlichte später eine Sammlungderselben 24 .
Als dieser Streit in England die Gemüter erregte, war die ganze Bewegung längstüber die Grenzen hinausgeflutet. [Auch in Frankreich war der „Jardin Anglo-Chinois"nur eine Strömung, die dem neuen Stil zum Siege half. Weit mächtiger, weit tiefer wardie Wirkung, die von Rousseau ausgegangen war, der die Gedanken Englands durchsein Evangelium von der Glückseligkeit des Naturzustandes gleichsam in ihrer reinsten,abstraktesten Form gefaßt hatteJDer berühmte Garten, in den Heloise den einstigenGeliebten Saint-Preux führt 24a , ist eine köstliche Wildnis, in der mit höchster Kunst jedeKunst, ja jede Spur der Menschenarbeit, verborgen wird. Die Blumen wachsen wie anihrem eigentlichen Standort regellos in der Wiese und am Rande des Bächleins, das sichüberall durchschlängelt, oder im natürlichen Fall über Steine schäumt. Die gewundenen,