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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
Entstehung
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15. KAP.

William Chambers

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göttlichen Buonarotti übertreffen" 21 . In einem englischen Garten, führt die Abhand-lung weiter aus, weiß ein Beschauer oft nicht, ob er auf einer gewöhnlichen Wieseoder in einem Lustgarten wandert, so genau ist die Natur nachgeahmt.So wenigAbwechslung und solch ein Mangel an Urteil in der Wahl der Gegenstände findetsich dort, solch eine Armut der Einbildungskraft, daß der Besucher sich sterblichlangweilt, die Schönheitslinie verflucht, bis er, von Müdigkeit übermannt, von derSonne halb geröstet, denn es fehlt immer am Schatten, und halb tot aus Mangel anUnterhaltung, beschließt, nichts mehr zu sehen. Ein vergeblicher Entschluß! Es gibtnur einen Pfad, auf diesem muß er entweder sich zu Ende schleppen oder den gleichenermüdenden Weg, den er kam, zurückgehen. Und um-dies zu erreichen, haben alte

Abb. 586Kewgarden,Pagode undMoschee

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Nach Chambers

schöne Gärten in Masse fallen müssen. Die Axt hat oft an einem Tage den Wuchsvon Generationen zu Boden gelegt" 21 . Doch will Chambers damit nicht dem altenStil das Wort reden, besonders die holländischen Gärten verfolgt er mit allemSpott, nennt siecities of verdure", grüne Städte. Was not tut, ist vielmehr das Vor-bild eines Landes wie China. Auch die Chinesen nehmen die Natur als Muster und bil-den ihre schönen Unregelmäßigkeiten ab. Der Hauptgrund ihres Erfolges aber beruhtdarauf, daß sie von ihren Gartenkünstlern ein ausgedehntes Studium verlangen, daßder Einfluß ihres Geschmackes für Lustgärten auf die allgemeine Kultur zu spüren ist,während in Europa auf dem Kontinent Gartenanlagen eine Nebenbeschäftigung derArchitekten seien und man in England sie den Küchengärtnern überlasse. Die Chinesenaber haben in ihren Gärten alles Herrliche gesammelt, sie mit Reichtum und Schönheitüberschüttet, und sind doch nur die treuen Diener der Natur geblieben. So verlangt erauch von dem englischen Garten, daß er vor allem Abwechslung bringe.Der Zuschauermuß amüsiert werden, seine Aufmerksamkeit muß beständig wachgehalten werden,