15. KAP.
Chinesisch-gotisch
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bracht wurden (Abb. 584); sie sind ausdrücklich bestimmt „zum Fortschritt der Garten-kunst zu dienen, da jedermann weiß, daß die englischen Gärten nur eine Nachahmungder chinesischen sind".
Die Stecher dieser Blätter hatten jedenfalls ein sichereres Stilgefühl für ihre echten Vor-lagen als die Herausgeber der ganzen Sammlung, denn in den 16 Heften findet sich einbuntes Gemisch aller Stilarten, das von der großenUnsicherheit, mit der man in Frankreichdamals herumtastete, ein Zeugnis ablegte. In einem schien man nur einig, sich in einer
Abb. 584
Chinesischer
Garten,
europäischer
Stich nach
chinesischer
Vorlage
Aus Le Jardin1 Anglo-Chinois
wachsenden Anhäufung von Gebäuden im Garten zu gefallen. Ein kleines Büchlein,„Livre des trophees chinoises" 19 betitelt, brachte Vorbilder für den neuen modischenSchmuck in den Gärten, in einem verschnörkelten Geschmack, den man chinesisch zunennen beliebte. Solche Vorlagenhefte erschienen dann auch in England, wo sich zweiBrüder Halfpenny, die sich selbst Schreinerarchitekten nennen, hervortaten 20 . Wennman diese Hefte durchblättert, so begreift man freilich, daß man damals chinesisch undgotisch so gerne zusammentat, denn von beiden Stilen hatte man nur eine schwacheAhnung. Die Neigung für die gotische Architektur, die vorher jahrhundertelang als deräußerste Ungeschmack verschrieen war, zeigte sich in England schon ziemlich früh. Schonim Jahre 1747 war ein anonymes Vorlagebuch „Gotische Architektur" in 62 Tafeln ohneweiteren Text erschienen. Aber die „Schirme, Portikus und Pavillons, die das Ende