15. KAP.
Entdeckung der nordischen Landschaft
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in den einzelnen Teilen, welche vollkommen voneinander verschieden sind", und zum Qrt(/.&Schluß: „Was zu der Schönheit dieses Gartens beiträgt, ist, daß er nicht von Mauern Uqm QjÜumschlossen ist, sondern von einem A-ha, was den Ausblick in eine schöne waldigeGegend offen und darüber im Ungewissen läßt, wie weit die Gartenwege sich ausdeh-nen" 8 . Dex_Gjxtni^_Bridgenian, der den Plan von Stowe in dieser Zeit gemacht hatte,gilt als der Erfinder dieser neuen und überraschenden Umfriedung; sie bestand ent-wed er in ei nem Graben, der dem Auge erst si chtbar wu r He, wenn man dicht davorstand,und der seinen technischen Namen von dem überraschten Ausruf des getäuschten Spa-ziergängers „A-ha" erhielt, oder auch in einem in eine Vertiefung versenkten Zaune, dercJerTgleichen Zweck erfüllte, die Grenze zwischen Garten und freier Landschaft zu ver-wischen. Horace Walpole, der ein halbes Jahrhundert später zuerst die Geschichte die-ser Gartenrevolution schrieb, sah mit Recht in dieser Erfindung einen Hauptfaktorfür den Sieg der neuen Bewegung. Die Mauer gab dem architektonischen Garten einstseine eigentliche Stütze und Berechtigung, sie schloß ihn von der umgebenden Land-schaft ab und aus, so daß er sich als eine Welt für sich fühlen und entwickeln konnte,und auch in dem großen französischen Stil war dieser Gedanke festgehalten, so sehrman den Ausblick als Vedute für den Endpunkt der Alleen liebte. Jetzt aber gabes für das Auge nirgends mehr einen Rahmenabschluß, der Garten war nunmehr nurnoch der Vordergrund für die weite Landschaft dahinter.
Diese heimische nordische Landschaft aber hatte der Engländer zu dieser Zeit gerade inseiner Dichtung entdeckt. Schon in der zweiten Hälfte des XVII. Jahrhunderts war eineGattung von Gedichten entstanden, die Dr. Johnson später „local poetry" nannte. Eswaren beschreibende Gedichte, die den Versuch machten, eine bestimmte, lokal begrenzteLandschaft dem Leser lieb zu machen; Walker, Denham, Cowley hatten sich darin ver-sucht, schon ehe Pope 1712 seinen,, WindsorPark'' schrieb. Wie gering auchNaturgefühl imSinne der Romantik daraus spricht, man hatte doch gelernt, charakteristische Züge einerbestimmten Landschaft zu beobachten und nachzubilden. Einen Riesenschritt machtenach diesen Versuchen Thomson mit den „Jahreszeiten". Die Begeisterung, mit der dieseGedichte aufgenommen wurden, zeigte, daß der Schotte Thomson nicht mehr der einzigewar, der spazieren ging und im Wandern mit offenen Augen die Schönheit der Natur genoß.Er empfindet besonders den ihr eigenen nordischen Charakter, und es ist gewiß charak-teristisch, daß er mit dem Winter beginnt, der nur im Norden seine ganze Macht undSchönheit entfalten kann. Eifrige Spaziergänger waren die Engländer schon früher ge-wesen, darum legte man schon am Ende des XVII. Jahrhunderts.die-.Weg^mi_Garteri_ UjQflz-mit besonderer Rücksicht auf das Wanderbedürfnis an. Aber es ist bemerkenswert,daß zuerst der Garten als ein Ort zum Spazierengehen empfunden und bezeichnet wurde.Als nun die Schranke fiel, die den Garten von der umgebenden Natur trennte, da emp-fand man mit doppelter Ungeduld den Gegensatz aller Künstelei innerhalb zu derLandschaft draußen, dort sah man buschumrahmte Wiesen, die von dem schlängelndenLauf der Bäche und Flüsse durchzogen waren, den prächtig entfalteten Einzelbaum odereine Gruppe malerischer Gehölze, und umfaßte das mit frohen Augen und liebendemHerzen. Pope, der immer bereit war, für die neue Sache zu kämpfen, gab diesem Gefühldes Überdrusses in seiner Epistel an Lord Burlington 1730 Ausdruck, wo er die „Villades Timon", die prunksüchtige Geschmacklosigkeit eines regelmäßigen Gartens, inVersen geißelte, die bald als geflügelte Worte in aller Mund waren.
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