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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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Pope

15. KAP.

Schneider", die Baum und Strauch in Menschen- und Tiergestalt zwingen. Er berichtetvon einem Koch, der seinen Landsitz mit einem Krönungsmahl in Grün verschönteund fügt einen höchst witzigen Katalog eines Gärtners über seinen Warenvorrat hinzu.Er findet dort unter andern angepriesen:Adam und Eva in Taxus, Adam, ein wenigbeschädigt durch den Fall des Baumes der Erkenntnis im letzten großen Sturme; Evaund die Schlange kraftvoll wachsend, St. Georg in Buchs, sein Arm noch kaum langgenug, doch wird er im nächsten April in der Verfassung sein, den Drachen zu töten;ein grüner Drache aus gleichem Material, einstweilen mit einem Schwanz aus kriechen-dem Efeu (NB. diese beiden können nur zusammen verkauft werden); verschiedenehervorragende Dichter in Lorbeer, etwas ausgeblichen, können für einen Hellerlosgeschlagen werden. Eine Sau von frischem Grün, die aber zu einem Stachel-schwein aufgeschossen ist, da sie letzte Woche in regnerischem Wetter vergessenwar u. a. m."

Pope aber war gewillt, mehr zu tun, als nur zu spotten. Er wollte ein Beispiel geben,und als er wenige Jahre darauf (1719) seine Villa in Twickenham an der Themse bezog,unternahm er es, dort in seine m Garten die, .ungeschmückte Natur nachzuahme n". Sovielauch von diesem Musensitze in des Dichters Briefen und Dichtungen die Rede ist, so wardas ganze Grundstück doch viel zu klein, als daß er mehr als eine Negation des Altendarin hätte zum Ausdruck bringen können: Kein Verschneiden der Bäume mehr, keineSymmetrie, das war der erste Ruf gewesen, und mit Stolz nannte Pope zwei Trauerweidenzur Seite des Hauses, von dem sich ein Rasen zum Flusse niederzog, die schönsten desKönigreiches. Seine vielgenannte Lieblingsschöpfung aber war seine Grotte, eine Art vonunterirdischem Tunnel, der von dem Vordergarten unter der Heerstraße durch nach demHintergarten führte. Mit rührend kindlicher Freude arbeitet der Dichter in den Sommer-monaten an diesem Lieblingsstück, die Freunde senden ihm seltene Mineralien, die eran den Wänden und Decken anbringt, allerlei Lichteffekte und Ausblicke auf den Flußkann er nicht genug rühmen, die Schilderungen, die er seinen Freunden gibt, klingenan die Szenerien eines Feenmärchens an, und doch war es nur eine Grotte, wie sie in un-endlichen Variationen alle früheren Gärten gehabt haben. Sein Gärtner hat von ihr unddem Garten das Bild,wie es bei seinem Tode war", aufbewahrt 7 *. Beim Eintritt derGrotte nach dem Garten sind Steine durcheinander geworfen, um eine alte Ruine nach-zuahmen. Der spottsüchtige Pope hätte zu anderer Zeit vielleicht selbst darüber ge-lächelt, wie er sich über die Kleinheit des Gartens einmal lustig macht:Nebukadnezarwürde ihn am ersten Tage, als er Ochse wurde, ganz abgegrast haben." Gewiß, Popewar kein praktisches Genie, und die Bedeutung von Twickenham kann nur die einesersten tastenden Versuches sein, in einer Zeit begonnen, als man trotz mancher Geneigt-heit für die Ideen dieser Vorkämpfer des neuen Stiles doch noch Jahrzehnte den altennicht zu verlassen wagte, weil es durchaus an Vorbildern fehlte.

Auch England hat seinen Übergangsstil, aber während die andern Länder den Plandes alten Gartens in seinen Grundzügen festhielten und innerhalb dieses Rahmens nuiallerlei Konzessionen an den neuen Stil machten, so rüttelten in England seltsamer-, aberbegreiflicherweise, die neuen Gedanken zuerst an dem Grundplan, während man im ein-zelnen noch lange aus Mangel_an Vorbildern beim Alten bleiben mußte. In einer Be-schreibung des Gartens von^Stoweaps dem Jahre 1724, der auch von Pope aufs höchstebewundert wurde, heißt es:nichts ist unregelmäßiger im ganzen, nichts regelmäßiger