U.KAP.
Gartensymbolik
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Veranda des Hauses als Schmuck angebracht. Hier darf auch niemals das Wasch-becken fehlen, das, anmutig verziert, sich mit Baum, Stein und Laterne gruppiert(Abb. 575). Ein anderer Schmuck der Gärten, der auch in China, wenn auch einwenig verändert, angetroffen wird, sind die sogenannten Torii, d. h. Vogelrast. Essind zwei Holzpfosten mit doppeltem Querbalken, von denen der obere aufwärtsgeschweift ist. Sie werden wie die Laternen ohne praktischen Zweck und häufig inlangen Reihen aufgestellt, höchstens, daß sie einmal als Tore die Brückenendenzieren. Sie sind in den profanen Garten aus den Shintotempeln herübergenommen,ihre religiöse Bedeutung ist aber nicht aufgeklärt 46 . Als Tore haben sie jedenfallsniemals gedient. Auch in den Gärtensollen sie an etwas Heiliges, einenTempel, erinnern.
Die weiteren Grade der Ausführung,der mittlere und der skizzenhafte Stil,unterscheiden sich durch eine mindergroße Zahl der festen Kardinalpunkte,die dem Künstler als Unterlage dienen,'wenn er einen kleineren Garten oder,den Zimmern entsprechend, einen ein-facheren Blick zu schaffen hatte. Zudiesem Zwecke stand ihm auch diezweite Gruppe des sogenannten ebenenGartens zu Gebote, dem aber auch einSchema in dreifacher Ausführung zurGrundlage diente. Mochte die Anlagenoch so einfach sein, jeder Stil darfmit seiner Andeutung von Hügeln,Steinen und Bäumen darauf rechnen,die Phantasie seines Besitzers mitseiner symbolisch-suggestiven Spracheanzuregen, denn „es ist die auffal-lendste Geschicklichkeit des Japaners,die fundamentalen und charakteristi-schen Naturformen zu erfassen und gleichsam eine abgekürzte Schrift und Dar-stellung zu dekorativen Zwecken hervorzubringen". Das befähigt ihn auch, in solcheinem Rahmen eines scheinbar starren Regelgebäudes nicht nur die Möglichkeit derNachahmung wirklicher Landschaften anzubringen, sondern je nach dem Geschmack,der Stellung oder dem Gewerbe des Besitzers dem ganzen Bilde wieder noch eine be-sondere Bedeutung zugeben. Es wird von historischen Gärten angeführt, daß sie „stilleZurückgezogenheit", „Bescheidenheit", „Glück", „Alter", „eheliche Liebe", „das Buchdes Wechsels" und vieles andere ausgedrückt haben. Auch rein poetische oder historischeSzenen sah das phantasiebegabte Auge des Japaners in seinem Garten: Um sich z. B.elysische Inseln vorzustellen, bedarf er nur eines mit Lotosblüten bedeckten Sees, indem Inseln, zu denen keine Brücke hinüberführt, liegen, dazu kommt vielleicht noch einalter Brunnen, und die Szene ist für ihn vollendet. Ein Gartenmonument, von einer
Abb. 575Waschbeckenneben der Ver-anda
Nach Condor