14. KAP.
Der Garten der Hei'an-E'poche
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Schon aus diesem ganzen Verhältnis, das der Japaner zu der Natur im ganzen, zuBäumen und Blüten im besonderen hat, geht mit Notwendigkeit hervor, daß sein Gartenkein Blumengarten in unserem Sinne sein kann. Die Natur so vor Augen zu bringen, daßdie Kunst nur ihre auserlesenen Schönheiten heraushebt, das ist der Hauptgrundsatz■wie der chinesischen, auch der vollendeten japanischen Gartenkunst. Sie fand, wie alleKünste der Japaner, ihre höchste Vollendung in der militärischen Epoche. Doch er-hielten die Japaner den Stil als solchen wohl schon mit dem Eindringen des Buddhis-mus von China her fertig überliefert. Allerdings war damals zuerst alle Aufmerksam-keit auf den Bau der Tempel gerichtet, und die buddhistischen Mönche haben von Anbe-
ute. 571* Blumen-^ arrangement in
Japan
Nach Brinkley
ginn auch eine besondere Aufmerksamkeit auf die Umgebung ihrer Klöster und Tempelgerichtet. Japanische Schriftsteller unterscheiden zwar einen primitiven Stil, der vor demchinesischen Einfluß liegt, in dem von einem See mit Insel, einer Brücke, einem Pflau-men- und Orangenbaum die Rede ist, doch da sie damals noch keine geschriebene Lite-ratur hatten, ist diese Tradition zu vage. Erst in der kriegerischen Heian-Epoche, etwa8oo—1150, als der Hofadel in der Hauptstadt Kioto anfing sich Paläste zu bauen,wurden auch Gärten vor der Front dieser Hauskomplexe, die durch Korridore mitein-ander verbunden waren, angelegt. In dieser Epoche herrschte nur ein typischer, ausChina importierter Stil, der die Seelandschaft mit Insel, Brücke, Wasserfall von denkünstlichen Hügeln des Hintergrundes, mit verschiedenen seltsam gezogenen und ge-formten Bäumen und Steinwerk zu einem Bilde zusammenstellte; eine Angelgrotteund eine Einsiedelei am Quellwasser belebten die Szene. Hier fand man sich an schönenSommerabenden zusammen; verdeckte Gänge, die zugleich die Abschlußmauern bildeten,
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