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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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14. KAP.

Blumenfeste

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Tradition jährlich die zeremoniellen Kirschblütengesellschaften ab.Wenn einerdich nach dem Herzen eines treuen Japaners fragt, so deute auf die wilde Kirsch-blüte, die in der Sonne erglüht", heißt ein Dichterwort. Und so hat der Japaner,wie auch der Chinese, einen ganzen Blütenkalender nach seinen Lieblingsblütenaufgestellt, um jeden Monat durch seinen schönsten Flor zu bezeichnen. Ja, dieblühenden Bäume werden auch heute in beiden Ländern ausschließlich um derSchönheit ihrer Blüte willen gezogen (Abb. 569). Zwischen Pflaume und Kirsche istder März der Monat der Pfirsichblüte. Im Mai erschließen die Fuji, die Glyzinenihre Blüten, nach ihnen hat der Japaner seinen schönsten Berg, den Fujiyama, be-nannt, und seine vornehmste Familie, die wie der Mikado ihren Ursprung von den

Abb. 569BlühendeBirnen im Hofeeines Privat-hauses, Peking

Phot.

Göttern herleitet, trägt den Namen Fuji-wara, d. h. Glyzinenfeld. Alle Lauben sindmit diesen Pflanzen berankt, und die Lauben sind nur dazu da, um die Pracht derBlütentrauben von unten bewundern zu können (Abb. 570). Dann folgen im Junidie Blüten der Iris, deren Felder von den schlanken Reihern, den zutraulichen, Ge-sellschaft liebenden Vögeln, belebt sind. Im Juli blüht die Lotosblume, die alle Teichein diesem Monat mit einem Zauberschlag zu herrlichen Blütengärten verwandelt.Zu den Flüssen und den Seen, die durch Lotosblumen berühmt waren, zogen auchschon die Chinesen der Li-Tai-pe-Zeit in Scharen heraus, um die schlanken Blütenzu bewundern und zu pflücken, wie das köstlich zarte Gedicht: ,,An den Ufern desJo-yeh" 38 erzählt. Der Juni bringt auch noch die von den Dichtern reich gepriesenePäonienblüte. August und September sind die Monate, in denen die zahlreichen Hibiskus-arten ihre vielen Blüten entfalten. Im Oktober aber erblühen die Chrysanthemen, diewieder das Volk zu den großen phantastischen Ausstellungen dieser Blütenarrangements,