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Blumenfeste
U. KAP.
gestaltete. An diesem Tage begrüßte man mit frohem Jubel die erste Pflaumenblüteder Prunus mume, die vielleicht um dieser Verbindung willen dem japanischen Herzenbesonders teuer ist. Der dunkle, knorrige, im Alter oft bizarr gewachsene Baum kon-trastiert mit den zarten blätterlosen, schneeigen oder roten Blüten, so daß er dem Volke,das in Scharen hinauswandert, um im Jubel oder stummen Entzücken ihnen entgegen-zuatmen, tausend Liederverse, die die Dichter aller Zeiten auf ihn gedichtet, alle Hoff-nung des kommenden Jahres, nicht endende Allegorien und Legenden, die sich an ihn
Abb. 568
Uyeno-Park
Tokio,
Picknick unter
blühenden
Kirschbäumen
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knüpfen, erweckt. Herrscher und Große haben in ihren Parks besondere Teile mit diesenBäumen bepflanzt, um das Volk dort zuzulassen oder an besonderen Tagen den Adel zuzeremoniellen Festen zu empfangen. Voller, reicher noch wird der Jubel des Volkes,wenn im April die japanische Kirsche (Prunus pseudocerasus) aufblüht. Beide Bäumewerden nicht um ihrer Früchte, die fast ungenießbar sind, sondern um ihrer Blütenwillen gezogen. Jetzt ist das Jahr zu seiner ganzen Schönheit erwacht, nun zieht auchder Ärmste im Festkleid aus, um unter den Blütenbäumen mit Kindern und Freundendas frugale Picknick zu teilen (Abb. 568). Besonders die gefüllte Kirsche mit ihren großenweißen, leichtrosa Blüten ist von überreicher Schönheit. In dem alten Garten, der einstdem Shogun, jetzt dem Kaiser gehört, Fukiage genannt, hält der Mikado nach alter