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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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14. KAP.

Yuen-ming-yuen

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nicht ganz unbeeinflußt von diesen; wie wir ja überhaupt Einzelheiten des Garten-schmucks bei dem Hin und Her des gegenseitigen Einflusses bald hier, bald dortfinden.

Von den Kaisergärten sind den Europäern die des XVIII. Jahrhunderts am bestenbekannt. Damals kamen die Nachrichten von allen Seiten, die immer aufs neue ganzeSchilderungen gaben oder von einzelnen Schönheiten dieser Gärten berichteten. DieMandschu-Kaiser hatten sie im Westen der Hauptstadt angelegt, während vorher dieMing-Dynastie, die 1368 begann und der die Chinesen selbst die höchste Blüte ihrerGartenkunst zuschreiben, im Süden ihre prächtigen Lustschlösser und Gärten erbauthatte 37 . Yuen-ming-yuen, d. h. Garten des Himmels, das Lustschloß Kaiser Kuen-longs, liegt auf einer langen, ziemlich stark ansteigenden Ebene, die den Aufbauder Gärten sehr erleichtert. Pater Attiret, der von diesem Garten besonders aus-führlich berichtet, gibt den künstlichen Bergen, die dort errichtet sind, eine Höhevon 2060 Fuß, eine ungeheuere Menge von kleinen Tälern ziehen sich zwischen denHügeln, ihren Grund bewässern Kanäle mit klarem Wasser, die an verschiedenen OrtenTeiche und Seen bilden, auf denen kostbare Barken fahren, einige mit kleinen Häuschendarauf. Die Pfade, die sich hindurchschlängeln, sind mit Kieseln gepflastert, nähern sichbald dem Wasser und entfernen sich wieder. Jedes Tal hat sein Haus, das einstöckig istund klein in seiner Umgebung erscheint, aber beträchtlich genug ist, um den Kaiser mitGefolge zu beherbergen. Sie scheinen wie Feenmärchen auf ihrem Felsen zu liegen, Fels-stufen, die ganz natürlich aussehen, führen hinauf. Von den Häuschen sind einige ausZedernholz, alle ruhen auf Säulen und sind prächtig bemalt.Das Erstaunen mußwachsen, wenn man sagt, daß innerhalb der Umzäunung dieses gewaltigen Terrainsmehr als 200 solcher Palais liegen." Die Gebäude sind immer durch Wasser oder künst-liche Hügel voneinander getrennt. Höchst verschiedenartige Brücken, manchmal ge-wunden, oft mit Geländern von weißem Marmor, sehr schön durchbrochen und gemeißelt,führen herüber. Auf den Brücken, die eine besonders schöne Aussicht haben, liegenPavillons, andere haben Triumphbögen. Eins der größten Bassins hat fast eine halbefranzösische Meile Durchmesser; in der Mitte liegt ein wahres Kleinod, eine Insel oder einFelsen, rauh und abschüssig; darauf ist ein kleiner Palast erbaut, der aber nichtsdesto-weniger 100 Zimmer enthält. Diesen Punkt hat der Architekt gewählt, damit das Augealle Schönheiten dieses Parkes, die bei einem Spaziergang nur eine nach der andern ge-nossen werden können, auf einmal entdecke. Man erblickt alle Berge, die hier enden,alle Kanäle, die ihr Wasser hierher ergießen oder von hier empfangen, alle Brücken, dieentfernten und nahen, alle Pavillons, Triumphbögen, die sie schmücken, alle Wäldchen,die zwischen oder vor den Palästen grünen. Die Ufer der Kanäle und Seen sind sehr ab-wechslungsreich, bald begleiten sie Galerien auf Steinkais, bald sind es mit Muschelnausgelegte Wege, bald schöne Terrassen mit Stufen, die zu den Palästen emporsteigen.Darüber liegen höhere Terrassen mit amphitheatralischen Gebäuden, von Wäldernblühender Bäume umgeben. Zwischen den Felsen blühen überall Blumen, weiterhin fol-gen Bosketts wilder Bäume, die nur auf sehr wilden Bergen wachsen, endlich hochge-wachsene Bäume, ein Asyl des Schattens. In Yuen-ming-yuen liegt auch der europäischeBezirk mit seinen sonst in China unbekannten Wasserkünsten, die damals ihre kurzeBlütezeit sahen. Um die Mauern dieses Fürstensitzes sind eine Reihe von Künstler-und Architektenwohnungen angesiedelt, in denen beständig für den Garten und die

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