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Öffentliche Gärten
U.KAP.
Palais gearbeitet wird. Neben- dieser Sommerresidenz des Kaisers lagen noch eineganze Reihe anderer.
Eine besondere Vorliebe hatte der Herrscher für das nahe, nur durch eine Chausseevon Yuen-ming-yuen getrennte Wan-tschou-schan, d.h. Berg weiter Aussicht, er hättedort gern seine Residenz aufgeschlagen, wenn die Etikette ihm nicht verboten hätte, indiesem Hause seines Vorgängers zu wohnen. Dieser Garten war nach den Schilderungeneinheitlicher angelegt und verdiente seinen Namen, da sich seine Gebäude terrassen-förmig an einem hohen Berge hinanzogen, dessen Fuß ein sehr großer See mit zahlreichenGebäuden bedeckte. Bei andern, wie Tschang-chuen-yuen, Garten ewigen Frühlings,oderTsing-ming-yuen, Garten herrlicher Ruhe, soll schon der Name die Phantasie anregen.Wie schon erwähnt, reisten die Mandschu-Kaiser gern, und jedes Jahr wurde die Heimat,wo ein herrliches Jagdschloß, Je-hol oder Ze-hol, als Reiseziel sie erwartete, in siebenTagen vom Kaiser erreicht. Auf diesen Etappen liegt je ein Palast, mit allem Nötigeneingerichtet, von Gärten umgeben. Lord Macartnay suchte den Kaiser in Ze-hol aufund fand die Gärten dort ohnegleichen. Er rühmt ein grünes Tal, mit mächtigen altenWeiden bestanden, durch das sie zu dem großen See gelangten, auf dem sie zwischen denköstlichen Wasserlilien an kleinen Palästen des Ufers vorüberfuhren, bis eine Brückedie Barke hemmte, hinter der sich der See in blauer Ferne zu verlieren schien. Die Pa-läste hatten alle einen großen Saal mit einem Thron und waren mit Kunstwerken, aucheuropäischen, geschmückt. Der Gesandte bewundert besonders die Geschicklichkeit desKontrastes, so daß durch die Anlage der Täler die nordische Eiche und die zartestensüdlichen Pflanzen gezogen werden konnten, und doch lag der Palast in einem rauhenunwirtlichen Lande 3?a .
Die Chinesen hatten auch öffentliche Gartenanlagen. Das Gesellschaftshaus aufder Insel des Hsi-hu-Sees wurde schon erwähnt. So hatten auch die reichen Salz-pächter dem Kaiser damals ein überaus prächtiges Lustschloß bei der Stadt Yang-tschou, zwischen den Flüssen Kiang und Hoang-ho gelegen, geschenkt, das als öffent-liche Promenade der Stadt zur großen Zierde gereichte. Obgleich man 3 / 4 Stunden zumDurchwandern brauchte, war doch alles offen, und der Eintretende stand am Ufer desgroßen Sees an dem Zentralpunkte, der ihm das Ganze enthüllte. Er konnte sich in einender kleinen Teepavillons, die am Ufer zahlreich angelegt waren, setzen, dem buntenSchauspiel der Vergnügungsbarken auf dem See zuschauen oder seine Blicke über dieheiteren Gruppen zu dem mit Gebäuden bedeckten Berge senden. Die Höhe schmückteder Kaiserpalast, von dem man die herrlichste Aussicht genoß.
Auch die Gärten an den Tempeln waren öffentlich, ihre ganze Bedeutung für die ost-asiatische Gartenkunst wird erst in Japan klar erkannt, aber auch die chinesische Tem-pelumgebung weist noch heute die schönsten und ältesten Bäume auf, die oft schonbei der Tempelgründung gepflanzt waren. Die phantastische Bauart und bunte Be-malung der Tempel paßt gut in die Gartenumgebung hinein; ja die Pagoden mitihren vielfach geschweiften Dächern erscheinen selbst wie starr gewordene Bäume(Abb. 566). Die berühmte Pagode von Lunghua in Shangai steht inmitten alter Bäume,während das merkwürdige Gebäude der Pagode bei Fu-tshan (Abb. 567) die Ecke einesTempelgartens, hinter dem sie steht, zeigt. Die Tempelbäume sind ebenso unverletz-lich wie die Bäume, die der Chinese um seine Ahnengräber pflanzt, denn dieser all-gemein orientalische Zug ist in China besonders weit verbreitet und tief gewurzelt.