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Tong-shui, Natursymbolik
U.KAP.
Abb. 565Veranda mitTopfpflanzenund Zwerg-bäumen, China
Phot.
einen Gartencharakter erhalten. Diese Höfe durchschreitet man, ehe man zu demeigentlichen Garten kommt, auf den die Veranda des Hauses schaut. In der Nähedes Hauses nimmt der Teich oft als Bassin eine regelmäßige Form an; überhaupterhält der Schmuck größere Zierlichkeit und Ordnung, ein rosenberankter Latten-zaun erinnert an die europäischen kleinen Hausgärten, auch Laubengänge, die dieMauern der Gärten verdecken, kennt und liebt der Chinese wie der Europäer; durchBaum- und Steingruppen wird aber doch die scheinbare Unregelmäßigkeit bis dichtan die Terrasse des Hauses geführt 36 .
In der nächsten Umgebung des Hauses spielt auch die immer rege Natursymbolikdes Chinesen eine den Schmuck stark bestimmende Rolle. Jeder Pflanze, jedem Baumist eine Beziehung zum menschlichen Leben zugewiesen, und je nach den Wünschen desEigentümers wählt er die Pflanzen für sein Haus aus. Und wie beim Bau des Hauses, somüssen bei der Anlage des Gartens bestimmte Gesetze befolgt werden, die gute Geister ge-neigt machen und böse abhalten. Tong-shui nennt der Chinese diese Gesetze, nach denener gewissen Bäumen und Pflanzen nach ihrem Standort segensreiche Kräfte leiht. EinenPfirsichbaum als Symbol der Unsterblichkeit wird jeder gern vor seiner Türe finden.Ein Kraut, das auch die Unsterblichkeit symbolisiert, eine Fungusart, ling-tschi genannt,hält in der Kunst häufig ein gefleckter Hirsch im Maule, manchmal zog man sichdeshalb in den Gärten das Bild eines solchen Hirsches aus Zypressen und steckte ihmdas Kraut in das Maul. Da der Reiher ein sehr hohes Alter verheißt, so wurde auch dieserals Gegenstück ähnlich gezogen, ja menschliche Gestalten, Genien darstellend, wurdenaus grünendem Holze gemacht, genau wie in den europäischen Gärten und vielleicht