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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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Pavillons im Garten

U.KAP.

Abb. 562

Pavillon und

Brücke im

Hause des

Li-Ching-Mai,

Pek ing

Phot.

dem Bilde neben seiner Geliebten, um deretwillen er seine Karriere ruinierte, inmittender wein- und liederfrohen Gesellschaft. Das zweite Bild schildert, ein Gartenfest desDichters Li-Tai-pe selber, der mit seinen drei Brüdern in dem Garten der Villa Tau-li,die eine große Berühmtheit in der Tang-Hauptstadt Tsi-Nan-Fu hatte, ein Fest feiert.Es war eine Illustration zu einem Gedichte von Li-Tai-pe:Eine Nacht, in der dieschönen Blumen duften und ein leichter Nachtwind kühlt, ist uns vom Himmel zuunserer Freude gegeben. Deshalb können wir dann nichts Besseres tun, als fröhlichsein, die Lichtkerzen anzünden, das Weinglas erheben und dichten. Wer aber keineVerse machen kann, muß drei Gläser erheben, wie es einst im Gartenfest zu Kin-Kou geschah" 280 . Beide stellen nur den Vordergrund des Gartens beim Hause dar, wirsehen die Brücken und die blühenden Bäume und die Kiefern, unter denen man Tischeaufgestellt hat.

Auch Hsi-ma-kuang spricht von den vielen Pavillons, mit denen sein Garten übersätwar, und alle Gesandten, die später in kaiserlichen und anderen Gärten Zutritt haben,berichten, wie sie bald in diesem, bald in jenem Pavillon untergebracht waren, wie derKaiser in den verschiedensten Pavillons speiste; von dem Harem, wo jeder Haushaltmindestens ein gesondertes Haus besaß, ganz zu schweigen. Jeder große Garten inChina bestand nun aus den verschiedensten Bildern, die jedes für sich von einem be-sonderen Ruheplatze genossen werden konnten. Meistens war das erste, vom Haupthauseanzusehen oder auch dem Eintretenden sich entfaltend, ähnlich wie das, was Hsi-ma-kuang schildert: in einem offenen, lachenden Tal bildet, je nach der Größe des Terrains,ein kleinerer oder größerer See den Mittelpunkt. Ist er groß genug, so schmücken ihn eineoder mehrere Inseln, die mit kleinen Lusthäuschen geziert sind; entweder ein Weg vonflachen Steinen oder eine Brücke führt herüber. In der Vielgestaltigkeit der Brücken istdie ostasiatische Phantasie schier unerschöpflich: je nach der Entfernung ist sie von