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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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14. KAP.

Geselligkeit im Garten

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den blühenden Bäumen, auf die der Ostasiate den größten Wert legt, gibt demGarten ein prächtig buntes Aussehen, das je nach der Jahreszeit von blühendenTopfpflanzen unterstützt wird. Diesen Garten nun genießt der Chinese sitzend, darumversah man ihn mit so vielen Pavillons, jedem Europäer fiel dieser Zug zuerst indie Augen. Zu diesen Ruhepunkten führen die geschlängelten, mit bunten Kiesel-mosaiken gepflasterten Wege hin. Jeder Pavillon hatte seine feste Aufgabe, einebestimmte Szenerie zu beleben oder der Ruhepunkt für ein bestimmtes Bild zusein oder auch den Garten in der Beleuchtung der verschiedenen Tageszeiten zuzeigen, wie jener, der Morgensonne zugekehrte des Hsi-ma-kuang. Als die Versamm-lungspunkte aller Geselligkeit spielen die Pavillons in der Dichtkunst der Lyrikeine besondere Rolle (Abb. 562). Man muß ein Bild, wie das kleine Gedicht:DerPorzellanpavillon" von Li-Tai-pe, lesen, um den ganzen Zauber chinesischen Garten-lebens zu empfinden.

Mitten in dem kleinen künstlichen See,

erhebt sich ein Pavillon aus grünem und weißem Porzellan.

Man gelangt zu ihm auf einer Brücke von Jade,

Die sich wölbt wie der Rücken eines Tigers.

In diesem Pavillon sitzen die Freunde, in lichte Gewänder gekleidet, beim Wein.

Sie plaudern lustig miteinander oder sie schreiben Verse nieder,

Dazu stoßen sie ihre Kopfbedeckungen zurück und streifen ein wenig die Ärmel auf.

Und in dem See, in dem die kleine Brücke umgekehrt

Gleich einem Halbmond von Jade erscheint,

Trinken die Freunde, in lichte Gewänder gekleidet,

Auf dem Kopfe stehend, in einem Pavillon von Porzellan" 28 .

Verse machen gehört immer zu dernotwendigen Würze aller chinesi-schen Geselligkeit. Bei einem Lieb-lingsspiel, das sich später auchnach Japan verpflanzte, ließ maneinen Weinbecher auf einem Bacheschwimmen, und jeder, bei dem ervorüberschiffte, mußte einen Versmachen oder ein großes Maß Weintrinken 283 . Zwei Bilder der Ming-Dynastie aus der zweiten Hälfte desXIV. Jahrhunderts schildern solcheGartenfeste 28 \ Das erste zeigt denGarten der Villa Kin-Kou in Honan,einst durch Schi-Tsung in der Tsin-Dynastie zwischen dem III. und IV.Jahrhundert gegründet. Schi-Tsungwar ein hoher Beamter der kaiser-lichen Familie, man sieht ihn auf

Abb. 561

Vor dem Hause,Rosengatter undKiefer und

Steinblüte

Ms. Brit.Museum Phot.