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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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Blumen im chinesischen Garten

U.KAP.

Abb. 560

Der Garten

der Tausend

Schneestapfen,

französischer

Stich nach

chinesischer

Vorlage

Aas Le JardinAnglo-Chinois

sind. Der überhängende, mit einem Pavillon gekrönte Felsen, aus dem Hsi-ma-kuangdie Röte des aufgehenden Morgens bewundert, hat seine ganz bestimmte Aufgabeim Garten. Wir werden noch in Japan, wo die theoretische Gartenliteratur klareAufschlüsse verleiht, sehen, wie weit sich Tradition mit künstlerischer Freiheit ver-binden ließ.

Der Chinese kennt den Begriff des Spazierengehens nicht. Die vornehme Fraubesonders war schon durch die eingezwängten, am Wachstum gehinderten Füßeuntauglich für jeden Weg. Ihr Leben aber spielte sich im Garten ab, und nach ihrenBedürfnissen richtete sich die Gartenkunst. Die Chinesen sind zwar alle großeBlumenfreunde, die Frauen tragen Blumen im Haar bis in das Greisenalter, auchin den untersten Klassen; weil sie aber nicht ins Feld wandern, so fehlt ihnen jederSinn für die freiwachsenden Feld- und Wiesenblumen. Auch im Garten werden dieBlumen nicht in Beeten zusammengepflanzt, sondern nur ebenso wie die blühendenGesträuche in Gruppen angeordnet, besonders Lilienarten und Päonien. Das Bild-chen (Abb. 561) zeigt auch die Rose, ein Gitter überrankend, vielleicht dürfen wirdarin europäischen Einfluß sehen; echt chinesisch aber ist die Kiefer auf der einenSeite, auf der andern die Blattpflanze neben einem schön verzierten Gefäß, aus demein Stein, wie eine Blüte gestaltet, herauswächst. Dieses alles aber, verbunden mit