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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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U.KAP.

Gartenschildcrung des Hsi-ma-kuang

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und in schäumigen Silberwellen ihren gewundenen Lauf sich erzwingen müssen. Nörd-lich von dem großen Lusthause sind mehrere Pavillons, hier und dort vom Zufall zer-streut, die einen auf Hügeln, die sich über die andern erheben, wie eine Mutter über ihreKinder, andere sind am Abhang erbaut, mehrere liegen in kleinen Schluchten, die derHügel bildet und sind nur zur Hälfte zu sehen. Alles ist von Bambuswäldchen beschattet,von sandigen Fußpfaden durchschnitten, wohin die Sonne niemals dringt. Nach Ostenöffnet sich eine kleine vielgestaltige Ebene, welche ein Zedernwäldchen vor dem kaltenNordwind schützt. Alle Täler sind erfüllt mit wohlriechenden Pflanzen, medizinischenKräutern, Blumen und Sträuchern. Der Frühling verläßt diesen köstlichen Ort niemals.Ein Wäldchen von Granatbäumen, Zitronen und Orangen, immer von Blumen undFrüchten beladen, begrenzt den Horizont. In der Mitte liegt ein grüner Pavillon, zuwelchem man auf unmerklicher Neigung emporsteigt, in mehreren Schneckenwindungen,die enger werden bis zum Gipfel. Die Wege dieses Hügels sind mit Rasen begrenzt undladen von Zeit zu Zeit zum Sitzen ein, um alle Blicke von allen Seiten zu genießen. ImWesten führt eine Allee von Trauerweiden zum Ufer des Flusses, welcher von der Höheeines Felsens, der mit Efeu und wilden Blumen verschiedener Farben bedeckt ist,herabfällt. Ringsumher sind Felsen bizarr amphitheatralisch angehäuft in einer wilden,rauhen Manier. W'enn man bis zum Grunde geht, findet man eine tiefe Grotte, welchesich allmählich erweitert und eine Art von unregelmäßigem Raum mit gewölbter Deckebildet. Das Licht kommt durch eine ziemlich große Öffnung, von der wilder Wein undGeißblatt herabhängen. Hier findet man Schutz in den brennenden Hundstagen. Zer-streute Felsen, eine Art von ausgehöhlten Nischen, dienen als Sitze. Eine kleine Quelle,welche von einer Seite herauskommt, erfüllt die Höhlung eines großen Steines, von wosie in kleinen Strömen auf den Boden herabträufelt, in Spalten umherirrt, bis sie sichin einem Reservoir zu einem Bade vereinigt. Dies Bassin vertieft sich unter einer Wöl-bung, macht eine kleine Biegung und fließt in einen Teich ab, der zu Füßen der Grotteliegt. Dieser Teich läßt nur einen kleinen Fußpfad zwischen den formlosen, seltsam auf-gehäuften Felsen, welche ihn umgeben. Ein ganzes Volk von Kaninchen bewohnt sieund erschreckt die Fische des Sees, wie sie von ihnen erschreckt werden. Wie ent-zückend diese Einsiedelei ist! Der zweite Wasserspiegel ist mit kleinen Schilfinseln be-deckt, die größten sind mit Vogelhäusern aller Sorten Vögel übersät, man geht bequemvon einer zur andern über große Steine, die aus dem Wasser ragen, oder kleine Holz-brücken, die hier und dort zerstreut bald als Bogen, andere im Zickzack oder in geraderLinie, je nach dem Räume, den sie ausfüllen sollen, angebracht sind. Wenn die Seerosen,die am Ufer des Teiches wachsen, blühen, scheint er bekränzt mit Purpur und Schar-lach, wie der Horizont des südlichen Meeres, wenn die Sonne aufgeht. Man muß sich ent-schließen, auf dem gleichen Wege zurückzugehen oder die Felsen zu überschreiten, dieden Ort auf allen Seiten umgeben. Die Natur hat gewollt, daß sie nur zugänglich voneiner Spitze des Teiches seien; die Felsen erscheinen wie gefaltet wo die Wasser sicheinen Durchgang zwischen den Weiden, welche sie trennen, geöffnet haben und nachder andern Seite durchbrechen, indem sie sich mit Geräusch einzwängen. Alte Tannenverbergen diese Einsenkung und lassen über ihren Wipfeln nur Steine sehen, die sichin Rinnen und zerbrochenen Baumstämmen gebettet haben. Man gelangt auf die Höhedieses Felsenwalles durch eine enge steile Treppe, die man mit der Hacke hat aushöhlenmüssen, deren Schläge man noch sieht. Der Pavillon, den man hier zum Ausruhen findet,