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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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H.KAP.

Gartenschilderung des Hsi-ma-kuang

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diesen Kaisern die Lust erwachte, große Hügel aufzuwerfen, auf denen man Paläste er-baute, die wieder untereinander mit Brücken verbunden wurden. Daß die Hauptstadt,die sie begründeten, nicht wie die früheren regelmäßig angelegt worden sei, sondernSternbildern gleichgesehen habe" 16 , wird ausdrücklich berichtet. Freilich erzählenchinesische Chroniken von weit älteren Gärten. Von den Wundergärten auf dem BergeKuen-luen wollen sie das Sagenhafte gar nicht verschleiern. Doch wissen sie auch vonPrunkgärten der Tschou-Kaiser zu erzählen, die bis in das 2. Jahrtausend v. Chr. zu-rückreichen. Die Parks, die in erster Linie zur Jagd angelegt wurden, erregen, da sie ihmNahrung spendenden Boden entziehen, immer wieder den Unwillen des Volkes. Und deut-lich spricht sich die Tendenz der Chronisten aus, die meist solche Anlage von Gärtenund Parks den Fürsten zu einem Fallstricke werden lassen: ihr der Regierung abge-wandtes Leben des Vergnügens in ihren Gärten macht es einem ehrgeizigen Nachfolgerleicht, ihnen Thron und Leben zu rauben 17 . Nachrichten über die Art dieser Gärten,ihre Anlage, fehlen aber ganz. Unter der Han-Dynastie scheint der Kaiser Wouty140 v. Chr. sich besonders durch seine Liebe für gewaltige Gärten ausgezeichnet zuhaben. Noch in der Sungzeit gab es außerhalb der Stadt zehn über dreißig Fuß hohekünstliche Erdhügel, die einst kaiserliche Pavillons getragen hatten und mit dem Stadt-palast durch Brücken verbunden waren 18 . Die Chronisten erzählen, daß seine Gärten50 Meilen im Umfange gehabt hätten, jedes der Täler, die durch die Berge gebildetwurden, sei mit Palästen, Pavillons und Grotten übersät gewesen. Auch dieser Kaisererschöpfte mit seinen Anlagen den Staatsschatz 19 . Er erbaute Gärten und Paläste fürseine Geliebte Fey-yen, deren Schönheit Dichter, wie den großen Lyriker Li-Tai-pe,noch 800 Jahre später zu begeisterten Gedichten anfeuerte. Seinen Sommerpalast vonTschao-Yan schildert Li-Tai-pe als ein köstliches Frühlingsparadies, wo der Kaiser mitFey-yen die Liebesnächte verlebte 20 .

Doch alle diese Schilderungen sind noch vage genug, und wenn die Vorliebe derChinesen unter der Han-Dynastie für künstliche Hügel gerühmt wird, so wissen wiraus der westasiatischen Gartenentwicklung, daß auch den Assyriern und Babylonierneine Vorliebe für solche Bauten eigen war. Im Beginn der großen Zeit der chinesischenKunst, unter der Tang-Dynastie, finden wir in der zarten, tiefempfundenen LyrikAnspielungen und Einzelheiten, die darauf hinweisen, daß auch die Gartenkunst ingleicher Weise wie die Malerei damals auf einer sehr hohen Stufe gestanden hat. Dochebenso wie von der Malerei jener Zeit uns kein einziges Original erhalten ist, so trittein wirklich greifbares Bild der Gartenkunst auch erst in einem Gedichte des XL Jahr-hunderts vor unsere Augen, in der großen Gartenschilderung des Hsi-ma-kuang aus demJahre 1026. Hsi-ma-kuang war ein großer Staatsmann,er war ein Wohltäter seinesJahrhunderts durch Weisheit, Wohlwollen und Milde seines Ministeriums", sagt einspäterer Kaiser von ihm 21 . Der Minister schildert hier seinen eigenen Landsitz:Mögenandere Paläste bauen, um darin ihren Kummer einzuschließen oder ihrer Eitelkeit zufröhnen. Ich habe nur eine Einsiedelei erbaut, um darin mich meiner Muße zu überlassenund mit meinen Freunden zu plaudern. Zwanzig Morgen haben mir für meine Bedürf-nisse genügt. In der Mitte ist ein großes Gartenhaus (salon nach der französischen Über-setzung, aber augenscheinlich eine der vielen Einzelbauten), wo ich 5000 Bände ge-sammelt habe, um die Weisheit zu befragen und mit dem Altertume meine Zwiesprachezu halten. An der Mittagsseite findet man einen Pavillon inmitten des Wassers, das