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Die Jesuiten in China
14. KAP.
Abb. 554
Brücke im
Garten,
über einen
See, China
Phot.
berichte um die gleiche Zeit brachten auch Marco Polo eher noch mehr in Mißkredit,und China war für das Bewußtsein des Abendlandes verloren, bis die Portugiesen in derMitte des XVI. Jahrhunderts wieder wenigstens an seine Grenzen gelangten. Fast einJ ahrhundert lang machte man nun immer wiederholte, wenn auch meist resultatloseVersuche, in das Innere des Reichs vorzudringen. Den spärlichen Berichten jenerZeit sieht man die Befangenheit und Unselbständigkeit an 7 . Im Jahre 1644 endlichwurde die alte Ming-Dynastie durch die Mandschu-Dynastie abgelöst. Jetzt ändertesich mit einem Schlage die Lage, die Missionäre der Gesellschaft Jesu, die, seit FranzXaver im Angesichte des verschlossenen China gestorben war, in langer Vorbereitungauf diesen Augenblick gewartet hatten, zogen mit Siegergefühl in die Hauptstadt,wo sie bald an dem Hofe der klugen Politiker gerade durch ihre Klugheit einegroße Rolle spielen sollten. Nicht als die Bringer von Heilswahrheiten sondern alsIngenieure, Mathematiker und Astronomen errangen sie ihre Stellung. Und nachdemder kluge und gewandte Kölner Jesuit Adam Schall im Jahre 1644/45 Präsident deskaiserlichen astronomischen Tribunals geworden war, haben mit kurzen Unterbrechun-gen diesen Posten Jesuiten auch in der schlimmsten Zeit der Verfolgung bis in dasXIX. Jahrhundert bekleidet 8 . Schon 1655 erschien des Jesuiten Martinus Martini ,,No-vus Atlas Sinensis" in Amsterdam, der 1663 in dem Prachtwerke von Blaeus „Welt-atlas" aufgenommen wurde 9 . Aus chinesischen Karten und Quellen war das Werk kom-piliert und von des Autors eigenen Beobachtungen unterstützt. Die Kaufleute folgtenden Vätern, und die Berichte der ersten Gesandtschaften der Niederländer 10 in den sech-