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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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U.KAP.

Marco Polo in China

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Abb. 553Inselpalast beimSommerpalastPeking

Phot.

Bauart, den Vornehmen der Stadt gehörig, auch Heidentempel sind viele an denUfern. In der Mitte des Sees sind zwei Inseln, auf jeder steht ein reiches, schönesGebäude (wie in Abb. 553), so ausgestattet, daß es eines Kaisers würdig wäre, undwenn einer der Städter ein Fest geben will, so tut er das in einem der Paläste. Undalles nötige Silbergeschirr und Teller usw. findet er dort . . . Zahllose Boote sinddarauf für alle Arten von Vergnügungsfahrten .... und wahrlich, eine Fahrt aufdiesem See gehört zu den größten Erholungen, die man finden kann. Denn auf einerSeite liegt die Stadt in ihrer ganzen Ausdehnung, so daß die Leute in ihren Barken vonferne den ganzen Anblick ihrer Schönheit haben, mit den zahllosen Palästen, Tempeln,Klöstern und Gärten mit hohen Bäumen, die sich an die Ufer herabsenken" 5 . DieseSchilderung des Venezianers wird von allen späteren Reisenden bestätigt und aus-geschmückt. Der See hieß der Lotossee von China, da alle flachen Teile mit diesen köst-lichen Blumen, den lien-hua, den chinesischen Lotosblüten, bedeckt sind. Barrow 6 , derBegleiter, des englischen Gesandten Lord Macartnay, rühmt die vielen auf Pfeilern er-bauten Pavillons, die auf einer gepflasterten Terrasse stehen oder auf künstlichen Hügelnerrichtet sind. Untereinander sind sie durch gewölbte, mit Geländern versehene Brückenverbunden (wie in Abb. 554). Und in dieser Stadt liegt der Palast des alten vertriebenenKaisers, den Marco Polo schon halb in Ruinen sieht, von dem er aber nach Erzählungenseines Führers und geschriebenen chinesischen Schilderungen noch ein gutes Bild gebenkann. Wieder sieht er herrliche Gärten zwischen den Umwallungen, Obst- und Tier-gärten mit Hainen und Seen, voll von Fischen. Die Frauenwohnungen, jetzt ganz ver-fallen, lagen um einen See, an dessen schönen Ufern der Kaiser mit seinen Frauen inherrlichen Festen seines hohen Amtes vergaß, um alles an den mächtigen Eroberer zuverlieren. Erst spätere Schilderungen lassen erkennen, wie genau der Venezianer be-obachtet hat. Und wenn, wie alle seine andern Schilderungen, auch die der chinesischenKaisergärten im Abendlande den verdienten Eindruck nicht machten, so lag das nichtnur daran, daß man sie lange für Märchen nahm, sondern vor allem hatte das Abend-land in seinen damaligen Gärten gar keinen Maßstab der Vergleichung und empfanddarum auch nicht den großen Unterschied von den eigenen Gärten.

Die andern Reisenden im XIII. und XIV. Jahrhundert, wie der Mönch Odoric, derin den Jahren 132527 auch in China seine Bekehrungsversuche machte, können imbesten Falle nur bestätigen, was Marco Polo berichtet. Maundevilles wilde Wunder-