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Marco Polo in China
U.KAP.
in alle chinesischen Gartenanlagen, durch den Palast gelangte, mit seinem säulenge-tragenen Sommerpalast inmitten eines Wäldchens. Er sah den Palast des Großkhans inCambalu, dem heutigen Peking, und schildert seine doppelte Umwallung: zwischen denbeiden Mauern sind Tierparks angelegt, und durch die üppige Vegetation führen ge-pflasterte und erhobene Fußsteige, von denen der Regen abfließt, so daß sie nie schmut-zig sind und die Vegetation ringsumher immer bewässert ist. An der Ecke der Um-wallung, die nach Nordwest läuft, liegt ein schöner Fischteich, der von einem Flußdurchflössen wird, bronzene Gitter am Ab- und Zufluß hindern die Fische am Fort-schwimmen. In dem eigentlichen Palastgarten bewundert er besonders einen volle hun-dert Schritt hohen, künstlichen Hügel, der an der Basis ungefähr eine Meile (wohltausend Schritt?) beträgt; dieser ist aus der Erde, die man aus dem See gegraben hat,errichtet und mit den schönsten immergrünen Bäumen besetzt; denn sobald seineMajestät erfährt, daß an irgendeinem Platze ein schöner Baum wächst, läßt er ihnmit allen Wurzeln und der umgebenden Erde ausgraben, wie groß und schwer erauch ist, und durch Elefanten auf diesen Hügel schaffen, so daß er die schönsteSammlung von Bäumen in der Welt hat. Er hat den Hügel mit grüner Erde bedeckenlassen, so daß nicht nur die Bäume, sondern der ganze Hügel grün ist; so hat er denNamen des grünen Berges erhalten (Abb. 552). Auf seinem Gipfel ist ein zierlicherPalast errichtet, der gleichfalls völlig grün innen und außen ist. Alles dies zusammen,der Berg, die Bäume, das Gebäude, gewährt einen köstlichen und gar wunderbarenAnblick; wundervoll ist das Zusammenstimmen der Farben 3 . Zwischen dem Palaste,den der Großkhan seinem Sohne erbaut hat, und seinem eigenen liegt ein zweiter See,über den eine Brücke von Palast zu Palast führt. Weit herrlicher und prächtiger aberals Peking, das erst die Mongolenfürsten zu ihrer Residenz erhoben haben, wird dieHauptstadt der überwundenen Dynastie, wird King-hsi, das heutige Hang-tschu, ge-schildert. Marco Polo, wie allen Reisenden dieser frühen Zeit 4 , erscheint sie als die
größte und schönsteStadt der Welt. Siewird auf einer Seitevon dem Flusse Tsien-tang, auf der andernSeite nach Westen vondem See Hsi-hu be-grenzt, der den Chi-nesen von alters herbis in die neueste Zeitals ihre schönste, vonDichtern und Ma-lern unendlich geprie-sene Landschaft gilt.„Ringsumher", schil-dert Marco Polo,, ,sinddie schönsten Häuserund Paläste errich-Nach tet, von ausgesuchter
Abb. 552
Blick auf den
grünen Berg
in Peking