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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
Entstehung
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Gärten in Broek

13. KAP.

Abb. 540

Hausgarten,

Broek, Holland

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Phot.

denndie Gartenliebhaberei ist die allgemein herrschende, und man wendet vielGeld darauf. Wer es nur möglich machen kann, besitzt bald näher, bald entferntervon der Stadt einen Garten, in welchem er vom Sonnabend bis Montag mit denSeinen lebt" 82 .

Johanna Schopenhauer, die um das Jahr 1812 Holland besucht und die holländischenGärten mit wohlwollenden Augen anschaut, findet zu ihrem Leidwesen den englischen Stilin lebhaftem Vordringen. Doch schildert sie in dem Dorf e Broek Anlagen, die augenschein-lich in ihrer Übertreibung wahre Reinkulturen dieses einst viel weiter verbreiteten hol-ländischen Geschmacks bilden.Die Gärten vor den Häusern sind ebenso wunderlichanzuschauen. Alles ist darin zu finden, nur keine Natur. Da sieht man Bäume, die garnicht mehr wie Bäume aussehen, so verschnitzt sind ihre Kronen, die Stämme werdenzu größerer Zierlichkeit mit weißer Ölfarbe angemalt. Da stehen alle möglichen und un-möglichen Tiere der bekannten und unbekannten Welt, aus Buchsbaum geschnitten,neben Säulen, Pyramiden und Ehrenpforten aus Taxus. In der Mitte des Gärtchens er-hebt sich noch eine ganz auserlesene Verzierung, etwa ein bunt bemalter, auf einemFasse sitzender Holländer, oder ein Türke, der sein Pfeifchen raucht, oder ein unge-heuerer Blumenkorb, aus welchem ein kleiner, ganz weiß angemalter Gärtner mit ver-goldeten Extremitäten schalkhaft hervorblickt. Den Boden bedecken unzählige krauseSchnörkel aus Buchsbaum, nett gezogen, als wären sie mit der Feder gerissen; ausgefülltmit bunten Glaskorallen, Muscheln, Steinen und Scherben in allen möglichen Farben nachder schönsten steifsten Symmetrie gleichen sie kolossalen geschmacklosen Stickereien" 8 ' 3 .Aber selbst in diesem kleinen, abgeschlossenen Dorf hat die verheerende Neuerung zer-störend gewirkt. Hier und dort hat sich noch eines dieser Gärtlein erhalten (Abb. 540).