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Norditalienische Villen
13. KAP.
Veneziens bedeckte sich mit Landhäusern, die sich mit französischen Gärten und Parksumgaben. Eine Stichsammlung Da Costas „Le Delizie delFiume diBrenta" (Abb. 527)zeigt uns die Villen und Paläste in jenem Zustande, wie sie Goethe sah, als er, „man-chen herrlichen Garten, manchen herrlichen Palast" hinter sich lassend, die schöneBrenta hinab am 28. September 1786 dem ersehnten Ziele Venedig entgegenfuhr. Heutesind die Gärten dieser Villen der venetianischen Terra ferma entweder ganz verschwun-den oder sehr schlecht gehalten. Der größte und bedeutsamste unter ihnen ist PalazzoPisani, um 1740 für diese venezianische Adelsfamilie in großem Stile erbaut; und groß-zügig ist auch der Garten angelegt, ohne für die Kunst von wirklicher Bedeutung zu
Abb. 527
Palazzo Venier
an der Brenta
Nach Volkamer
sein. Ebenso unterlag dem französischen Einfluß die Umgegend von Mailand. Auchdiese Gärten sind in dem Kupferwerke Dal Res „Ville e Delizie di Milano" aus dem Jahre1773 erhalten. Fast alle passen sich dem Schema an: Parterres und Bosketts in franzö-sischer Manier angelegt, im Parke hier und dort ein kleines Lusthaus. Die Villa Castel-lazzo hat noch heute einigermaßen ihr damaliges Aussehen erhalten 76 . Das große Par-terre, von allen Seiten, besonders nach Norden, mit reichgestalteten Bosketts umgeben,liegt vor einem Seitenflügel des Hauses, das die Hauptzimmer enthält. Hinter einemAbschlußtor, bei einem mit einem Herkules geschmückten halbrunden Platze, beginntder Park. Seitlich, entlang den Bosketts, die Brunnen, Labyrinthe und Statuen ent-halten, führt eine breite Allee an einem grünen Theater vorüber zu dem Diana-brunnen, einer sehr anmutigen und doch wieder echt italienischen Anlage; mehr giltdies noch von dem Boskett des Vogelherdes und dem Vogelhaus, das den Garten nörd-lich abschließt.