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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
Entstehung
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13. KAP.

Caserta

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Französischen Einfluß spüren wir auch überall, wohin die Bourbonen ihr wechselndesHerrscherglück brachte. Als der Sohn des spanischen Philipps V., Karl III., durch seineMutter einziger Erbe der Farnesi, 1731 in Parma einzog, legte er neben dem kleinenPalazzo del Giardino, der dem XVI. Jahrhundert entstammte, den großen heutigen Giar-dinoPubblico an. Besonders in seinem jetzigen Zustande, wo die hohen Buchenhecken,die die Wege durch die Bosketts begrenzen, ganz ihres Schmuckes von Statuen ent-kleidet sind, die Parterres nicht mehr in ihren alten Mustern gehalten werden, mutetdieser Garten wie ein aus dem Norden verschlagenes fremdes Gebilde an. Karl gingschon 1734 als König nach Neapel. Nachdem er sich endlich die Anerkennung derMächte definitiv errungen hatte, wollte er nach dem Beispiel seiner nordischen Vettern

Abb. 528Caserta,Grundriß derParterres

Nach Triggs

auch seiner Macht durch den Bau eines Riesenschlosses gebührenden Ausdruck verleihen.Im Jahre 1752 begann der Baumeister Van vi telli bei dem Städtchen Caserta ein Schloß,das sich rühmen sollte, der größte Palast der Welt zu werden (Abb. 528). Daß der Gartenauch die Rivalität mit Versailles aufnehmen könnte, darüber bestand bei dem Erbauer keinZweifel 77 . Ein riesiger ovaler Vorhof leitet die Gebäude, die um vier große Höfe gruppiertsind, ein. Zur Seite liegen Blumenparterres, und wie in Versailles schließt sich östlich da-von, tiefer liegend, die Orangerie an. Auf der andern Seite entspricht ihr eine Reitbahn,nach römischer Weise von Alleen umgeben. Von der Schloßterrasse an der Gartenfrontsteigt man auf einer Reihe von Stufen in das mächtige Parterre, das mit seinen Bassinsund Springbrunnen in die Bosketts eingebettet liegt (Abb. 529). Weder das Parterre nochdie umgebenden Bosketts zeigen irgendwelche originellen Züge. Der ganze Nachdrucksollte auf die Kaskade gelegt werden, die in der Hauptachse des Schlosses von dem Hügelgegenüber herabfällt. Oben schließt sie eine Terrasse ab, die eine herrliche Aussicht ge-19«