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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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Peterhof

13. KAP.

Wassersäule emporsendet. Von hier fließt ein ruhiger Kanal dem Meere zu, wo Hafen-bauten das Landen der königlichen Schiffe erleichtern. Zu beiden Seiten des Kanalswirft an den ragenden dunklen Fichtenwänden eine Allee von Springbrunnen ihrenSilberschleier auf und nieder, während Masken das Wasser in den Kanal zurückspeien.Neben den Kaskaden entfaltet sich ein heiterer, offener Parterregarten, und zu beidenSeiten waren die Terrassenstufen mit Zwergbäumchen besetzt, während auf der Ebenenoch einmal je ein Bassin mit Beeten lag. Oben aber vor der Schloßterrasse breitet sichdem Blick ein unvergleichliches Bild aus: über den unteren Garten und den Strand, der

Abb. 526

Peterhof, Kanal

und Kaskade

Nach Fouquier

sich schnell genug nach des Fürsten Vorbild mit schönen Landhäusern und Gärten be-deckte, schweift das Auge über das Meer nach der Stadt mit ihren goldenen Kuppeln,während ferne rechts die finnische Küste auftaucht. Hinter dem Schlosse liegt der obereGarten (Abb. 525) mit seinen Fontänen, dem Neptunbrunnen in der Mitte, bei dem alleReisenden das schöne klare Wasser rühmen, das die Peterhofer Hügel reichlich spenden.Von hier zogen sich einst noch breite sternförmige Alleen durch den oberen Park, dieauf der Höhe in einem Punkte zusammenliefen, von dem man alle mit großer Kunst zu-sammengefaßten Prospekte auf einmal überschaute 73 . Die französischen Künstler habenhier, die natürliche Lage ausnützend, ein leuchtendes Bild ihrer Kunst geschaffen. DieserGarten ist ein deutliches Symbol der Petersburger Kultur überhaupt, die damals durch-aus ein Ableger Frankreichs war. Das, was das russische Wesen hier wie in andernSchlössern dazu gab, war für westliche Augen ein Übermaß von gleißendem Goldeund Buntheit der Farben. Es wird erzählt, daß, als einst der französische Gesandte