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Sanssouci
13. KAP.
zugeben. Als Abschluß und point de vue war ursprünglich ein großer Grottenbau gedacht,bis nach dem Siebenjährigen Kriege das Neue Palais etwas weiter dahinter erbaut wurde,dem diese Grottenanlage weichen mußte. Im Parke selbst hatte der König, um den nörd-lichen Berg darüber mit diesem in Zusammenhang zu bringen, verschiedene klei ne Bautenanlegen lassen, so das schöne Belvedere, einen zweistöckigen, von korinthischen Säulenumgangenen Rundbau auf der nordwestlichen Höhe, darunter einen chinesischen Pago-denbau. Weiter östlich, unmittelbar über dem Schloß, wurden auf der Höhe römischeRuinen erbaut, die ein geplantes Wasserreservoir umgeben sollten, sie bestimmen denBlick von dem länglichen Kolonnadenhof, der vor der Rückfassade des Schlosses liegt. In
Abb. 515
Sanssouci,
Chinesisches
Haus
Nach Dohme
der südöstlichen Ecke des Parkes entstand noch kurz vor Ausbruch des SiebenjährigenKrieges das chinesische Teehaus (Abb. 515), einer der ausgelassensten Versuche, dieserfremden Stilart beizukommen. Der lustige kleine Rundbau ist mit einem von einemChinesen gekrönten überhängenden Dache bedeckt, das von goldenen Palmstämmen ge-tragen wird; um diese Palmsäulen lagern teetrinkende Chinesengruppen. Der Bau willsich selbst wohl nur als eine chinesische Phantasie geben, er lag reizvoll inmitten einesheckenumsäumten Platzes, der sich nach drei Seiten auf schmale, perspektivisch verengteRasenwege öffnete, mit Vasen aus Meißner Porzellan als Schlußpunkt.
Bis zum Siebenjährigen Kriege war der Park selbst von geraden Alleen durchzogen.Unterdes war aber gerade in Norddeutschland, als England am nächsten, der neueStil eingezogen. Hier und dort wurden sogar schon Musterschöpfungen desselben aufge-stellt. Überall begann man aufmerksam, wenn auch noch ängstlich und ohne rechtes