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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
Entstehung
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13. KAP.

Sanssouci

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Terrassengarten herab; die Futtermauern waren mit Muscheln ausgelegt; mit Grottenund Treppen geschmückt, leiten sie in den sogenannten holländischen Garten herab,ein Parterre d'email, d. h. eines, das mit Glaskorallen ausgelegt war und holländischeVasen als Schmuck hatte. Halbrunde Berceaux führen nach einer unteren, mit Balu-straden abgeschlossenen Terrasse. Ein weiterer kleiner, noch heute friderizianischenGeist atmender, abgeschlossener Garten liegt wieder östlich von diesem, ihn bekröntdie Neptunsgrotte mit dem Gott, von Nymphen und Tritonen geleitet. Friedrichschwebte wohl in diesem Gartenteil eine Art Nymphäum vor. Er hatte großartigeWasserwerke geplant, die diese und andere Grotten und Kaskaden speisen sollten. Erwar aber — ein für jene Zeit erstaunlicher Umstand — schlecht beraten, so daß er zuseinem Schmerze niemals zu genügendem Wasser für diese Anlagen kommen konnte.

Neben dieses Nymphäum zu Füßen des Hügels war der Haupteingang in den Gartengelegt: ein halbrundes Gitter, von dem schönen, mit gekoppelten Säulen geschmück-ten Tore in der Mitte durchbrochen, das einst dazu passende niedere Gitter abschlössen.Sie sind leider heute durch die ungeheueren, protzenhaften Weltausstellungstore ersetzt,die die ganze feine, geistvolle Eingangsanlage totdrücken. Von hier führt die breite undsehr lange Allee erst durch einen boskettartigen Vorgarten, weiter mitten durch dasHauptparterre, darauf durch den ganzen Park (Abb. 513) hindurch, der sich westlich vomSchlößchen, ursprünglich als Reh- und Fasanengarten angelegt, hinzieht. Diese Haupt-achse durchschnitt hinter dem Parterre wieder Bosketts mit reizenden, reich mit Statuenund Bassins geschmückten Anlagen, führte durch die Abschlußmauer, die anfangs west-lich den eigentlichen Lustgarten vom Park trennte, und traf etwa in der Mitte des Park-gebietes auf einen entzückenden Bau Knobeisdorfs, die Marmorkolonnade (Abb. 514). Siewar eine Nachahmung der Kolonnade aus dem Versailler Boskett, wurde aber leider späterabgebrochen, um ihre Säulen zum Bau des Marmorpalais unter Friedrich Wilhelm IL her-

Abb. 514Sanssouci,Kolonnade ausdem Park

Nach Dohme

mtmm