13. KAP.
Confrerie des fleuristes
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er enthielt neben den üblichen Wasseranlagen eine Kaskade, ein Theater, eine Arenazum Kampf wilder Tiere, und Scheibenstände. Es waren dies mehr Park- und Boskett-anlagen, die in Bonn selbst fehlten, wo man, außer für die Anlage eines Parterres, keinenRaum hatte.
Wie stark das Garteninteresse überall im Vordergrunde steht, zeigt ClemensAugusts Stiftung einer „confrerie des fleuristes", deren Heiligtum die Poppeis-dorfer Kapelle war, sie hatten diese stets mit frischen Blumen zu schmücken; denAltar bildete eine Darstellung Christus' als Gärtner vor Maria Magdalena unter einemoffenen Berceau. Von dem Poppelsdorfer Schlößchen, das durch seine Aussicht aufdas Siebengebirge und den Kfeuzberg begünstigt war, führte eine Straße nach dem
Abb. 469
Schloß
Schönborn
Nach S. Kleiner
Mittelpunkte des Kottenforstes, wo an ihrem Ende das prächtige Schloß Herzogenlustden Herrn erwartete. Eine andere Straße war von Poppeisdorf nach Brühl geplant, vonhier führte eine weitere nach Köln. Noch ein reizvolles kleines Jagdschloß legte ClemensAugust sich auf der Höhe des Hümeling an: Clemenswert ist ein Zentralbau mit acht ge-lösten Pavillons, die im Kreise um den Hauptbau gestellt sind. Der unmittelbare EinflußFrankreichs ist hier unverkennbar, doch ist in Clemenswert die Aufgabe geistvoll gelöst:von den acht Pavillons gehen sternförmig acht Alleen aus, die drei hinteren verbindetein rechteckiger Kanal mit drei Bassins; vorne führt die Mittelallee zu den Ställen 22 .Bedeutsamer noch für die Gartengeschichte sollte ein Adelsgeschlecht werden, das inden ersten Jahrzehnten des XVIII. Jahrhunderts den größten Teil der mitteldeutschengeistlichen Fürstensitze einnahm: die Familie Schönborn. Seit der bedeutende und ehr-geizige Johann Philipp als Kurfürst von Mainz das Geschlecht zu Ehren und Ansehengebracht hatte, hatten eine ganze Reihe seiner Neffen, von Jugend auf für diese Lauf-
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