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Marquardsburg (Seehof)
13. KAP.
Abb. 470Marquardsburg(Seehof)bei
Nach S. Kleiner
bahn erzogen, die hohe Würde geistlicher Fürsten erreicht 23 . Hier noch mehr als in Kölnerscheint dies eigenartige Nepotentum als eine späte Blüte italienischer Renaissance aufdeutschem Boden. Und diese verwandten Grundbedingungen erzeugten auch ähnlicheGesinnung: stolzen Herrschersinn, unbegrenzte Bauleidenschaft, aber auch ein Gefühl derVerantwortung, nicht auf politischem, wohl aber auf künstlerischem Gebiete. Wohin dieSchönborns einzogen, da zog mit ihnen reges Leben ein. Das Stammschloß, das sich dieweltliche Linie in Niederösterreich an der Enns erbaute, deutet durch seine Anlageund die Bedeutung seiner Gärten auf den Kunstsinn des Geschlechtes auch in der neuenHeimat. Es ist eine jener Schöpfungen, die in strengem Festhalten an den französi-schen Grundregeln ein Ganzes von leuchtender Pracht zeigen (Abb. 469). Unter den geist-lichen Fürsten steht allen voran der Bruder des österreichischen Grafen, Lothar Franz,der 1693 Bischof von Bamberg und 1695 Erzbischof und Kurfürst von Mainz wurde. Sämt-liche Schlösser, die dieser Fürst erbaut hat, sind mit ihren Gärten von Salomon Kleinergestochen und 1728 veröffentlicht worden. Diese Stiche sind das einzige Zeugnis, das dieGärten lebendig erhält, da kaum eine dieser prächtigen Anlagen unsere Zeit erreicht hat.Eines der kleineren, das Jagdschloß Seehof, nahe bei Bamberg gelegen, hatte Franz Lo-thar schon als Vermächtnis seines Vorgängers Marquard von Stauffenberg erhalten,nach dem es auch den Namen Marquardsburg führte 24 (Abb. 470). Franz Lothar voll-endete es nur und wohnte gerne dort während des Neubaues seiner Bamberger Residenz.Dem Charakter eines Jagdschlosses entsprechend war es ein ganz freiliegender Zentral-bau. Der ursprüngliche Gedanke war hierbei wohl, durch vier Zufahrtsstraßen aus demJagdrevier den Jägern von allen Seiten den Eintritt zu ermöglichen, wo auch die Jagdsie zuletzt versammeln mochte. Um das Schlößchen herum legt sich ein großer Prunk-garten : das ganze Terrain ist in drei gleiche, nebeneinanderliegende Rechtecke geteilt.