13. KAP.
Bayrische Schlösser unter Ferdinand Maria
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Abb. 455Wilhelmshöhe,der englischePark mit derBekrönung desOktogon
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Frau wußte ihren schwerfälligen Gemahl Ferdinand Maria in einen Strudel von Lustbar-keiten zu reißen, und als nach achtjähriger Ehe die Kurfürstin 1662 ihm einen Sohnschenkte, da erfüllte ihr Gemahl nicht nur sein Gelübde derErbauung der TheatinerKirche,sondern, um seiner Fürstin eine besondere Freude zu machen, beschloß er den Bau einesLustschlosses in der Nähe von München, das man Nymphäum, Nymphenburg nennenwollte. Für beide Bauten war ein Bologneser Baumeister, AgostinoPanelli, ersehen, demspäter Enrico Zuccali folgte, der auch den Neubau von Schleißheim ausführen sollte.Der frühe Tod des Kurfürstenpaares setzte der Vollendung dieser Werke ein Ziel, sodaß ihr Sohn, der stolze hochfliegende Max Emanuel, als der eigentliche Bauherr derbeiden Schlösser von Schleißheim und Nymphenburg zu gelten hat. Die erste glänzendeRegierungszeit führte den kriegerischen Kurfürsten so häufig außer Landes, daß derBau seiner Schlösser mit ganzem Eifer erst zu Anfang des XVIII. Jahrhunderts einsetzt;aber schon wenige Jahre darauf, im Jahre 1704, brach das Unglück über Bayern herein,die Österreicher nahmen das Land ein, der Kurfürst wurde flüchtig und seiner Kroneverlustig erkannt und lebte die nächsten elf Jahre meist in Frankreich, bei Paris. Hierhatte der vertriebene Fürst Muße, die französischen Gärten eingehend zu studieren, undkaum kehrte er auf seinen Thron zurück, als er bei der Anlage seiner Gärten in Schleiß-heim und Nymphenburg zeigte, daß er vorzüglich gelernt hatte. Französisch geschulteGartenbaumeister waren von Anfang an hier tätig. Schon vor seiner Vertreibung hatteMax Emanuel Carbonet, einen Belgier von Geburt, berufen; das Hauptverdienst des völ-