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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
Entstehung
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Abb. 456

Schleißheim,

Parterre und

Park, von der

Schloßterrasse

gesehen

NachMath. Diesel

Schleißheim

13. KAP.

#AttU.t *

ligen Ausbaus dieser prächtigen Schöpfungen gehört aber Francois Girard zu, dergleich nach des Kurfürsten Rückkehr nach München kam. In beiden Schloßgärtenliegt der ganze Nachdruck auf der Anlage der Kanäle, die jedesmal die Hauptachsevom Schlosse aus bilden. In Schleißheim 16 (Abb. 456) ist das Parterre, in das manauf wenigen Stufen von der Schloßterrasse herabsteigt, besonders reich ausgebildet,sowohl was Größe und Abwechslung der Broderie anbetrifft, wie auch durch dieFülle der Wasserbassins und Springbrunnen. Außer den zwei Bassins, mit ihrenWasserstrahlen inmitten des Parterres, begleiten die Mittelallee zwei schmale Kanäle,mit 26 Wasserstrahlen, die eine Art von Balustrade bilden, eine Idee, die Le Nötrezuerst in Yaux-le-Yicomte ausgeführt hatte. Die Mittelallee führt auf die Kaskade,die mit Wasserfällen, Springbrunnen und Figuren am Anfang des Kanals gegen dasParterre gewendet ist. Dieser Kanal läuft, von Hecken und statuengeschmücktenBosketts begleitet, als Mittelachse von dem neuen Schloßparterre auf ein kleinesKasino, das schon in den neunziger Jahren, früher als das große Schloß, erbautworden war. Maximilian nannte es Lustheim, es sollte sein Trianon werden, woraufauch die beiden flankierenden Pavillons deuten. Später wurden diese durch einehalbrunde Galerie verbunden, die das Schlößchen in die Mitte nahm (Abb. 457);das war damals, als Lustheim als Abschluß für den großen Garten diente unddadurch auch die Mittelachse für den Neubau des Schlosses bestimmte. Damalslegte man ein Schmuckparterre vor das Kasino, führte den Kanal als schmales Bandum die Galerien, und verband es durch sechs Alleen mit dem dahinterliegenden Park.Durch diese Lage mußte das Schlößchen seine eigentliche Bedeutung als Trianon,d. h. als ein abseits des repräsentativen Lebens gelegener Platz, einbüßen. Es warim Gegenteil zu einem point de vue für das Gartenbild vom Schlosse geworden,