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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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Theorie et Pratique du Jardinage

13. KAP.

Abb. 440

Vasenschmuck

im französischen

Garten

Nach Fouquier

zum mindesten mit Zeichnungen an dem Werke beschäftigt war, war selbst unmittelbarerSchüler von Le Nötre. Er läßt den Garten methodisch vor uns erstehen. Nach eingehen-der Prüfung der Lage wird die ebene oder ganz sanft geneigte dem steilen Abfall desGeländes vorgezogen. Darum verwirft er sehr hohe Terrassen, übermäßige Steintreppen,zu viel Treillage, zu vielen Figurenschmuck. Der Gegensatz gegen den italienischen Re-naissancestil ist hier klar ausgesprochen. Umsonst hatte man sich diesseits der Alpenoft beeifert, den Effekt der italienischen Gärten nachzubilden, meist war es ein vergeb-liches Bemühen, das zu schaffen, was den Italienern so leicht wurde und sich in jenemklassischen Ausspruch kristallisierte,le cose che si murano sono superiori a queiche si

piantano". Der französische Garten schafftdafür die Pflanzenarchitektur, der die Skulp-turen der Statuen, derBrunnen, des Wassers,sich anbequemen müssen. Das Haus mußnatürlich etwas erhöht mit seiner Terrasseden Garten überschauen, dessen Anlage vonvier Grundsätzen geleitet werden muß: dieKunst der Natur unterzuordnen, den Gartennicht zu sehr zu beschatten, ihn nicht zu offenanzulegen, ihn immer größer erscheinen zulassen als er ist. Der erste Grundsatz, denbald der malerische Gartenstil dem regel-mäßigen als vernichtende Kritik vorhaltensollte, bedeutet hier nur den oben berührtenGegensatz der Pflanzenarchitektur zur ita-lienischen gemauerten Architektur. Die an-dern entsprechen dem Bestreben des franzö-sischen Gartens, mit der strengsten Regel-mäßigkeit höchste Abwechslung zu verbin-den. Haus und Garten ist hier so in einenGedanken zusammengefaßt, daß ihre Größein festgelegten Verhältnissen durch einanderbedingt ist, dem dann auch der offene Gar-ten, die Parterres und ihre Reliefs, die Bos-ketts, genau entsprechen müssen. In der Kunst der Parterreanlage ist Le Blond vielleichtüber Boyceau am wenigsten hinausgegangen. Dieser schon kannte alle Arten: die Parterresde broderie, j ene ausBuchs gezeichneten Arabeskenmuster, die ein ganzes Parterre zu einergroßen Zeichnung verbanden, jetzt die beliebtesten, oder die älteren, welche geometrischeBlumenbänder mit Buchs einfaßten. Sie waren jetzt etwas aus der Mode gekommen, manverband sie höchstens mit dem Parterre de broderie, um eine reichere Abwechslung zuhaben. Von England herüber war noch die Mode gedrungen, das Parterre im Rasenmassivauszulegen, ein Muster in bunter Erde hineinzuzeichnen lind ringsum einen Streifen vonBlumen oder niederen Zwergbäumen zu pflanzen. Um so reicher an immer neuer, bis da-hin unbekannter Abwechslung entfaltete sich die Gestaltung der Bosketts, welchealles,was das Schönste in einem Garten ist, enthalten". Diese Ausgestaltung haben wir zurGenüge an Le Nötres großem Werke kennen gelernt. Solche Bosketts als notwendigen