12. KAP.
Grand Trianon
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auch der neue Trianongarten noch immer reich an Blumen; in dem J ardin du Roi — einemgiardino secreto, rückwärts am rechten Flügel des corps de logis unter den Fenstern desKönigs gelegen — wurden die seltensten, herrlichsten Blumen gezogen. Der Gastflügel,Trianon-sous-bois genannt, trug seinen Namen davon, daß er inmitten der seitlichenBosketts lag, von denen eines durch eine Neuerung allgemeinste Bewunderung erregte.Lieselotte, die diesen Flügel einst bewohnte, schildert es: „Les sources heißt man einBoskett, das so dicht ist, daß die Sonne im vollen Mittag nicht hineindringen kann. Ausder Erde kommen mehr als 50 Quellen, welche kleine, kaum fußbreite Bächlein bilden,die man daher leicht überschreiten kann, sie bilden kleine Grasinseln, groß genug, umTische und Stühle darauf zu stellen und im Schatten zu arbeiten. Auf beiden Seitengehen Stufen herab, da das Ganze etwas geneigt ist; das Wasser fließt auf diesen Stufenherab und bildet auf jeder Seite einen Wasserfall" 30 . An der Vorderseite dieses Flügelsführte neben den Bosketts eine Allee zu der Kaskade, die in Form eines sogenanntenBüfetts den Weg abschloß. Eine ganze Reihe anderer schöner Brunnen schmückte denPark, der sich nach dieser Seite, ebenfalls unsymmetrisch, noch weit hinzog. Man hattediesen Garten absichtlich weniger geschlossen, einfacher behandelt, um ihn nicht zumRivalen des nahen Versailles zu machen; man wahrte ihm dadurch die größere Länd-lichkeit und Ungezwungenheit.
Abb. 426*, ~-«j Chantilly,
Gesamtansicht
Nach
N. Langlois